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Visionen einer Grünen Stadt – Bürger übergeben Gutachten zum Klimaschutz
„Wir möchten, dass Greifswald als Grüne Stadt zum Vorbild wird“ – das ist die Vision Greifswalder Bürger, die ein Gutachten zur „Kommunalen Klima- und Energiepolitik“ der Universitäts- und Hansestadt Greifswald erarbeitet haben. Das Gutachten übergaben sie gestern Oberbürgermeister Dr. Arthur König und der Bürgerschafts-Vizepräsidentin Birgit Socher.
In dem 13-seitigen Papier schlagen die Bürger konkret messbare Maßnahmen vor, um den CO2-Ausstoß innerhalb der Stadt weiter zu reduzieren. Es war das erste Mal, dass sich Greifswalder in Form eines Bürgergutachtens in wichtige Belange der Stadt einbrachten und das zweite Bürgergutachten im Land Mecklenburg-Vorpommern überhaupt.
So sollte die Stadt beispielsweise beim Neubau von Gebäuden bevorzugt Häuser in Passivbauweise fördern. Auch sollten umweltverträgliche Materialien einbezogen werden. Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden schlagen sie zusätzliche Anreize für Immobilienbesitzer beispielsweise in Form einer „Sanierungsaktie“ oder eines „Ökologischen Mietspiegels“ vor. Außerdem fordern sie den Einsatz von LED-Leuchten bzw. Energiesparlampen bei der Straßenbeleuchtung. Darüber hinaus sprechen sich die Autoren für eine umfassende Umweltbildung ab dem Kindergartenalter aus. Ein großer Wunsch wäre die Einrichtung einer unabhängigen Infostelle im Stadtzentrum, in der Bürger Auskunft zu den Themen Umwelt und Klima erhalten.
„Sie haben etwas ganz Besonderes hervorgebracht“, lobte die Bürgerschaftsvize Birgit Socher die Autoren. Das Gutachten sei inhaltsschwer, der Weg absolut richtig. Auch Oberbürgermeister Dr. Arthur König zollte seine Anerkennung. Gleichzeitig begrüßte er die besondere Form der Bürgerbeteiligung. Diese spezielle Auseinandersetzung mit einzelnen Themen sollte Schule machen.
Erarbeitet wurde das Gutachten von 22 Greifswalder Bürgern, die zuvor per Zufallsprinzip gemeinsam mit 1.500 anderen über das Einwohnermeldeamt ausgewählt worden waren. Die 14 Männer und 8 Frauen im Alter zwischen 28 und 71 Jahren hatten sich zuvor noch nie so intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Leitung des innovativen Projektes übernahm Professor Dr. Konrad Ott, Deutschlands einziger Professor für Umweltethik.
An drei verlängerten Wochenenden erhielten die Teilnehmer einen umfangreichen Einblick in die Themen „Lokaler Klimaschutz“ und „Energieversorgung“. Hintergrundinformationen gab es unter anderem von Experten des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, der Universität, der Stadtwerke sowie der Umweltabteilung der Stadtverwaltung.
Das Bürgergutachten fließt in das integrierte Klimaschutzkonzept für Greifswald ein. Dieses wird unter Federführung des Bau- und Umweltdezernates der Stadt erstellt. Beteiligte sind neben der Universitäts- und Hansestadt Greifswald die Partner des Klimaschutzbündnisses Greifswald 2020. Das sind die Universität und das Universitätsklinikum, die beiden großen städtischen Wohnungsunternehmen (WGG und WVG), die Stadtwerke Greifswald und das Technologiezentrum Vorpommern.
Das Klimaschutzkonzept soll die Grundlage für alle künftigen Klimaschutzaktivitäten innerhalb der Universitäts- und Hansestadt bilden. Für das Konzept hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ein Gesamtbudget von knapp 100.000 Euro bewilligt.
Diese Datei können Sie sich herunterladen:
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Das Bürgergutachten wurde am 14.03.2010 veröffentlicht. |



