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Karies: Entstehung und Vorbeugung
Was ist Karies?
Karies ist eine lokale, bakteriell bedingte Erkrankung, die mit einem fortscheitenden Verfall der Zahnhartgewebe einhergeht und schließlich zu einem "Loch" (Kavität) im Zahn führt. Früher wurde das mit "Zahnfäule" übersetzt, was "Löchern in den Zähnen" entsprach, die sich vergrößerten. Sie konnten durch Füllungen für einen gewissen Zeitraum geschlossen werden, aber oft erkrankten so reparierte Zähne erneut an Karies. Mit der industriellen Revolution wurde Zucker für breite Bevölkerungskreise leichter verfügbar, der Zuckerkonsum erhöhte sich und Karies wurde immer stärker zu einem Problem vieler Menschen. In den 70er Jahren hatten beispielsweise skandinavische Kinder mit 12 Jahren mehr als 12 von Karies befallene Zähne. Ein hoher Anteil von 20- bis 30-jährigen hatte bereits eine Totalprothese.
Karies wird heute als eine krankhafte Gleichgewichtsverschiebung zwischen der Einlagerung von Mineralien in den Zahn ("Härtung", Remineralisation) und der Herauslösung von Mineralien aus dem Zahn ("Schwächung", Demineralisation) angesehen.
Wodurch entsteht Karies?
Karies entsteht durch Säure. Aber woher kommt diese Säure? Sie ist ein Produkt der Bakterien, die in unserer Mundhöhle leben. Sie haben dort ihren Lebensraum und somit vielfältige Aufgaben, weshalb sie uns auch nützlich sind. Wie alle Lebewesen nehmen sie Nahrung auf und scheiden Endprodukte aus. Sie nehmen also Kohlenhydrate (z.B. Zucker) auf und verarbeiten sie zu Säure. Erst ca. 60 Minuten nach dem Essen ist der pH-Wert in der Mundhöhle wieder auf seinem Ausgangswert. Dabei gilt: "Viele Bakterien - viel Säure" und damit auch ein großes Risiko Karies zu bekommen.
Wo finden sich die meisten Bakterien im Mund?
Die Mikroorganismen, die für die Karies Bedeutung haben, besiedeln vor allem den Zahn. Dabei nutzen sie ihre guten Anheftungsmöglichkeiten und formieren sich im Zahnbelag, der sogenannten Plaque. Zusammen mit Speise- und Zellresten bilden sie eine sehr fest anhaftende Schicht, in der sie sich über die Zeit stark vermehren und auf die Zahnoberfläche 'einwirken' können. Wird die Plaque nicht regelmäßig gründlich und effektiv entfernt, sind so Schäden an den Zähnen die Folge.
Welche Bakterien nehmen Einfluss auf die Karies-Entstehung?
Das Karies durch Säure entsteht ist nun klar. Doch es gibt noch andere Faktoren, die die Entstehung von Karies beeinflussen. Zu nennen sind dabei folgende:
Da ist zum einen die Mundhöhle des Menschen als Wirt für die Mikroorganismen, die Plaque (Zahnbelag), in der sich die Bakterien am Zahn organisieren, das Substrat (z.B. Zucker), das in Form von Nahrung aufgenommen wird und nicht zuletzt spielt die Zeit eine große Rolle.
Man kann sich den Prozess der Kariesentstehung als "Wippe" vorstellen. Überwiegt die "Angriffsseite" mit hohen Bakterienzahlen und viel Substrat (seltenes/ ineffektives Zähneputzen, viele Zwischenmahlzeiten) kommt es zu einer baldigen Schädigung des Zahnes. Überwiegt dagegen die "Abwehrseite" (effektives Zähneputzen, gesunde Ernährung, Fluoride) in dem "Wippen-Modell" so kommt es zu keiner Schädigung des Zahnes.
Gibt es genetische Einflüsse?
Oft hört man in der Bevölkerung Meinungen, wie: "Ich habe die schlechten Zähne von meinen Eltern geerbt." Sicherlich werden einige Eigenschaften durch die Eltern an die Kinder weitergegeben z.B. Zahngröße/-form, Speicheleigenschaften usw., doch es ist auch das Gesundheitsverhalten
und -bewusstsein, das von den Eltern auf die Kinder übergeht.
Hatten unsere Vorfahren auch Karies?
Die Menschen in alter Zeit hatten sicherlich auch hin und wieder Zahnprobleme wegen Karies, jedoch war ihre gesamte Ernährung etwas anders als heute. Kauintensive gesunde Kost war damals die Regel. Eine enorme Steigerung in der Verbreitung der Karies kam erst mit der universellen Verfügbarkeit von Zucker in den industrialisierten Ländern Ende des 19. Jahrhunderts.
In vielen Nahrungsmitteln finden wir ihn heute.
Die Einführung von Fluoriden brachte rückblickend den Durchbruch bei der Eindämmung der Karies. Durch ihren wachsenden Einsatz seit dem Ende des II. Weltkrieges sanken die Verbreitungszahlen für die Erkrankung in den industriealisierten Ländern wieder ab. Dies vollzog sich in den einzelnen Ländern, deren Regionen und Altersgruppen in unterschiedlichem Ausmaß.
Was ist Flaschenkaries (Nursing Bottle Syndrome)?
Als Flaschenkaries oder Nursing Bottle Syndrome bezeichnet man das Auftreten von ausgedehnter Karies an den Frontzähnen bei Kleinkindern. Hervorgerufen wird dieses schnell voranschreitende Krankheitsbild durch eine falsche Ernährung der Kinder mit Hilfe von Saugerflaschen. Durch die fruchtsäure- und/ oder zuckerhaltigen Getränke in diesen Flaschen und die ständige unkontrollierte Verfügbarkeit für die Kinder kommt es zu dramatischen Schäden an den Frontzähnen.
Lesen Sie mehr dazu im Informationsblatt zur Vermeidung von Flaschenkaries
Wie ernähre ich mich zahngesund?
Der Einfluss der Ernährungsgewohnheiten auf die Kariesentwicklung ist unbestritten. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben das bis heute unter Beweis gestellt.
Gerade deshalb spielt die Art und Weise der Ernährung für unsere Zähne eine große Rolle. Doch genau dort gibt es eine Reihe von falschen oder ungenauen Auffassungen, was gut oder weniger gut für die Zahngesundheit ist.
Beispielhaft sollen hier einige genannt werden: "Frucht-/ Vitaminsäfte sind gesund - auch für die Zähne", " 'Hochwertiger' Traubenzucker schadet den Zähnen nicht" oder "Honig ist ein Naturprodukt und deshalb nicht schlecht für die Zähne".
Die wichtigste Regel bei der Ernährung ist: |










