Fahrerlaubnis - Erweiterung

Allgemeine Informationen

Sie sind bereits Inhaber einer Fahrerlaubnis und möchten diese um eine weitere Fahrerlaubnis(klasse) erweitern? Grundsätzlich gelten für die Erweiterung einer vorhandenen Fahrerlaubnis um neue Führerscheinklassen die gleichen Vorschriften wie für die Ersterteilung dieser Fahrerlaubnisse. Deshalb müssen im Wesentlichen dieselben Voraussetzungen erfüllt und weitestgehend das gleiche Verfahren durchlaufen werden.

Folgende Klassen werden unbefristet erteilt:

  • A, A1, A2, AM,
  • B, BE,
  • L und
  • T

Die Fahrerlaubnis für folgende Klassen wird auf fünf Jahre befristet erteilt:

  • C1, C1E, C, CE,
  • D, D1, DE und D1E

Bis zum 27. Dezember 2016 erteilte Führerscheine der Klassen C1 und C1E gelten bis zur Altersgrenze von 50 Jahren. Danach werden sie auf Antrag jeweils auf fünf Jahre befristet erteilt.

Für manche Klassen müssen Sie nachweisen, dass Sie die "besonderen Anforderungen" wie beispielsweise Konzentrationsfähigkeit, Orientierungsleistung oder Belastbarkeit erfüllen. Dies gilt für

  • für den Erwerb der Klassen D, D1, DE und D1E und
  • wenn Sie diese Klassen über die Altersgrenze von 50 Jahren hinaus verlängern lassen möchten.

Wird eine Fahrerlaubnis der Klassen AM, L oder T erstmals auf eine andere Klasse erweitert, wird für die neue Klasse eine Probezeit festgesetzt.

Achtung: Seit dem 19. Januar 2013 ausgestellte Führerscheine sind auf 15 Jahre befristet. Die Frist gilt nur das Führerscheindokument. Dies muss alle 15 Jahre erneuert werden (Photo und Namensänderung).

Rechtsgrundlagen

Erforderliche Unterlagen

Bei einem Antrag auf Erweiterung der Fahrerlaubnis sind die gleichen Unterlagen wie bei einer Ersterteilung einzureichen. Zusätzlich muss der bereits vorhandene Führerschein vorgelegt werden.

1. Für alle Fahrerlaubnisklassen:

  • schriftlicher Antrag mit Angabe der ausbildenden Fahrschule
  • gültiger Personalausweis (bzw. Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung)
  • aktuelles Lichtbild: Frontalaufnahme nach internationalen Standards (biometrisches Lichtbild)
  • Führerschein oder Prüfungsbescheinigungen über die theoretische und/oder praktische Prüfung als Nachweis der Befähigung für die beantragte Fahrerlaubnisklasse

2. Beim Antrag auf Erweiterung einer Fahrerlaubnis für die Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T zusätzlich zu 1.:

  • Sehtestbescheinigung

3. Beim Antrag auf Erweiterung einer Fahrerlaubnis für die Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D und DE zusätzlich zu 1.:

  • Nachweis über die Ausbildung in Erster Hilfe (Ein solcher Nachweis ist auch dann erbracht, wenn ein Führerschein über den Besitz der Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE vorgelegt werden kann.)
  • Sehtestbescheinigung oder Zeugnis über das Sehvermögen
  • Zeugnis oder Gutachten über die Begutachtung des Gesundheitszustandes und ob keine die Eignung ausschließenden Erkrankungen vorliegen (bei Antragstellung nicht älter als 1 Jahr)

4. Für Klassen D1, D1E, D und DE (bzw. Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung) zusätzlich zu 1. und 3.:

  • Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde
  • Gutachten über die Erfüllung der leistungspsychologischen Voraussetzungen, wie Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Konzentrationsleistung, Aufmerksamkeitsleistung und Reaktionsfähigkeit (bei Antragstellung nicht älter als 1 Jahr)

 Genaueres erfahren Sie bei Ihrer Fahrerlaubnisbehörde.

Voraussetzungen

Sie sind im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Sie haben frühestens 6 Monate vor Erreichen des für die beantragte Fahrerlaubnisklasse vorgeschriebenen Mindestalters Ihre Befähigung in einer theoretischen und einer praktischen Prüfung nachgewiesen.

Für die Erweiterung der Fahrerlaubnis in den nachgenannten Fällen gelten Besonderheiten: Beim Erwerb einer Fahrerlaubnis der Klasse L bedarf es nur einer theoretischen, bei der Erweiterung der Klasse B auf die Klasse BE, der Klasse C1 auf die Klasse C1E, der Klasse D auf die Klasse DE und der Klasse D1 auf die Klasse D1E bedarf es jeweils nur einer praktischen Prüfung.

Bei der Erweiterung der Klasse A1 auf Klasse A2 oder der Klasse A2 auf Klasse A bedarf es jeweils nur einer praktischen Prüfung, soweit der Bewerber zum Zeitpunkt der Erteilung der jeweiligen Fahrerlaubnis für

  1. die Fahrerlaubnis der Klasse A2 seit mindestens zwei Jahren Inhaber der Fahrerlaubnis der Klasse A1 und
  2. die Fahrerlaubnis der Klasse A seit mindestens zwei Jahren Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klasse A2
    ist (Aufstieg).

Im Falle der Erweiterung einer Fahrerlaubnis für Lkw und Busse ist dann auf den Nachweis über die Teilnahme an einer Schulung in Erster Hilfe zu verzichten, wenn der Bewerber im Rahmen der Erteilung seiner zuvor erteilten Fahrerlaubnisklasse an einer Ausbildung in Erster Hilfe teilgenommen hat. Einer solchen Schulung steht eine Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen oder eine Ausbildung in Erster Hilfe nach den bis zum 20.10.2015 geltenden Vorschriften gleich.

Kosten

Die Erweiterung einer Fahrerlaubnis ist kostenpflichtig. Auskünfte zur Gebühren- und Kostenhöhe erteilt die zuständige Fahrerlaubnisbehörde, die diese nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) festsetzt. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Verwaltungsaufwand. Die Kosten für die Herstellung und Zusendung des neuen Kartenführerscheins, seine Expressbestellung oder sonstige Auslagen sind in den Gebühren nicht enthalten.

Verfahrensablauf

Nach Bestehen der für die erweiterten Fahrerlaubnisklassen gegebenenfalls notwendigen Prüfungen und Vorlage sonstiger Unterlagen müssen Sie die Erweiterung Ihrer Fahrerlaubnis auf weitere Fahrerlaubnisklassen bei der Fahrerlaubnisbehörde Ihres Wohnsitzes schriftlich beantragen.

Nach der Antragstellung und Vorlage aller notwendigen Unterlagen behält die Fahrerlaubnisbehörde Ihren bisherigen Führerschein ein und stellt Ihnen über die darin vermerkte Fahrerlaubnis eine zeitlich befristete amtliche Bescheinigung (im Format DIN A5, rosa, mit fälschungserschwerenden Sicherheitsmerkmale) aus. Danach beauftragt die Fahrerlaubnisbehörde die Herstellung des neuen EU-Kartenführerscheins bei der Bundesdruckerei GmbH in Berlin. Ist der Führerschein fertig, wird er Ihnen nach Hause geschickt, wenn Sie dies vorher beantragt und der Speicherung Ihrer Anschrift zum Zweck des Postversands zugestimmt haben. Ansonsten können Sie den fertigen und abholbereiten Kartenführerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde abholen, ihn durch eine mit einer Vollmacht von Ihnen ausgestatteten Vertretung abholen lassen oder ihn sich nach Hause schicken lassen.

Gegen eine Extragebühr können Sie eine Expressbestellung beantragen. Die Wartezeit auf den neuen Führerschein verkürzt sich dadurch. Auskünfte erteilt Ihnen Ihre Behörde.

Bearbeitungsdauer

Der Zeitablauf (bis zu 2 Wochen) der Bearbeitung des Antrags auf Erweiterung der Fahrerlaubnis ist von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls abhängig (Dauer der Ermittlungen, Geschäftsbelastung der betroffenen Behörden, Mitwirkung der/des Fahrerlaubnisinhaberin/-inhabers) und ist einer allgemein-abstrakten Klärung nicht zugänglich. Die Herstellung des neuen Kartenführerscheins erfolgt zentral durch die Bundesdruckerei GmbH in Berlin.

Zum Erhalt des neuen Führerscheins können Sie beantragen, dass der neue Kartenführerschein Ihnen übersandt wird. Der Direktversand erfolgt durch die Bundesdruckerei GmbH.

Oder Sie können den ausgefertigten Kartenführerschein persönlich oder - nach Vorlage einer Vollmacht - durch eine Vertretung bei der Fahrerlaubnisbehörde abholen lassen.

Es besteht auch die Möglichkeit, den Führerschein per Expressversand oder als Direktzustellung zu beantragen. Der neue Führerschein liegt dann in etwa nach Ablauf von vier Werktagen bei der Fahrerlaubnisbehörde bereit oder wird Ihnen innerhalb dieser Frist direkt zugestellt.

Fristen

Meldebescheinigungen oder Führungszeugnisse dürfen bei Antragstellung nicht älter als drei Monate sein.

Der Abschluss der Ausbildung in einer Fahrschule für die beantragte erweiterte Fahrerlaubnisklasse darf nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Die theoretische Prüfung darf frühestens drei Monate vor Erreichen des für die beantragte Fahrerlaubnisklasse vorgeschriebenen Mindestalters abgenommen werden. Die praktische Prüfung darf erst nach Bestehen der theoretischen Prüfung und frühestens einen Monat vor Erreichen des für die beantragte Fahrerlaubnisklasse vorgeschriebenen Mindestalters abgenommen werden. Der Zeitraum zwischen Abschluss der praktischen Prüfung oder - wenn keine praktische Prüfung erforderlich ist - zwischen Abschluss der theoretischen Prüfung und der Aushändigung der Prüfungsbescheinigung für die erweiterte Fahrerlaubnisklasse darf zwei Jahre nicht überschreiten.

Sehtestbescheinigung, Zeugnis oder Gutachten, ob die Anforderungen an das Sehvermögen erfüllt werden oder dass andere Beeinträchtigungen des Sehvermögens nicht bestehen, die die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen beeinträchtigen, dürfen bei Antragstellung der erweiterten Fahrerlaubnisklassen nicht älter als zwei Jahre sein.

Nachweise, ob Erkrankungen vorliegen, die die Eignung oder die bedingte Eignung ausschließen, oder Nachweise, ob die leistungspsychologischen Voraussetzungen erfüllt werden, dürfen bei Antragstellung nicht älter als ein Jahr sein.

Formulare

Die Antragstellung erfolgt persönlich bei der Fahrerlaubnisbehörde, da Sie Ihre Unterschrift auf einer besonderen Vorlage in der Behörde leisten müssen.

Weiterführende Informationen

Führerscheine, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt worden sind, werden automatisch in den neuen Kartenführerschein umgetauscht. Sie können es aber jederzeit tun, wenn Sie einen haben möchten, zum Beispiel weil ihr alter unleserlich geworden ist, Ihnen das Foto nicht mehr gefällt oder sich Ihr Name geändert hat. Wenn Sie im Ausland unterwegs sind, kann der Besitz eines Kartenführerscheins Vorteile haben, da in allen EU-Staaten nach und nach das einheitliche Kartenformat eingeführt wird.

Hinweise

Für die Klasse T:

Wenn Sie noch im Besitz der Fahrerlaubnisklasse 3 sind, erhalten Sie bei einer Erweiterung der Fahrerlaubnis, die mit einer Umstellung auf den Kartenführerschein verbunden ist, auf Antrag auch die Klasse T. Zuvor müssen Sie nachweisen, dass Sie in der Land- oder Forstwirtschaft arbeiten. Dies können Sie beispielsweise mit einem Bescheid der Berufsgenossenschaft oder einer Bestätigung des Arbeitgebers belegen.

Zuständige Stelle

In Mecklenburg-Vorpommern können Sie die Erweiterung der Fahrerlaubnis bei der für Ihren Wohnsitz zuständigen Fahrerlaubnisbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer kreisfreien oder großen kreisangehörigen Stadt beantragen. Örtlich zuständig ist die Behörde, in der Sie Ihre Wohnung, bei mehreren Wohnungen Ihre Hauptwohnung, haben, mangels einer solchen die Behörde des Aufenthaltsortes. Zur Antragstellung müssen Sie persönlich in der Fahrerlaubnisbehörde erscheinen, da Sie Ihre Unterschrift auf einer besonderen Vorlage in der Behörde leisten müssen.

Ansprechpunkt

Fahrerlaubnisbehörde

Fachlich freigegeben durch

Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern

Fachlich freigegeben am

06.02.2019