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Ausstellung „Banned books“ vom 12. März bis 28. April in der Greifswalder Stadtbibliothek
Die Ausstellung setzt sich mit einer aktuellen Entwicklung in den Vereinigten Staaten auseinander. Dort müssen Schulen und Bibliotheken zunehmend Bücher aus ihren Beständen entfernen, die sich mit Rassismus, Geschlechteridentität, sexueller Orientierung, Geschichte, Politik oder sozialen Ungleichheiten beschäftigen. Nach Angaben des Autorenverbandes PEN America wurden seit 2021 rund 23.000 Titel aus Bibliotheken öffentlicher Schulen verbannt. Dazu gehören auch bekannte Klassiker wie „Das Tagebuch der Anne Frank“, „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ von Mark Twain, „The Hunger Games“ von Suzanne Collins oder „The Handmaid`s Tale“ von Margaret Atwood. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl dieser verbotenen Bücher und erzählt die Geschichten hinter den Debatten.
Bücherverbote sind nicht nur ein amerikanisches Thema – sie berühren grundlegende Fragen unserer Gesellschaft. Wie gehen wir mit unterschiedlichen Meinungen um? Welche Verantwortung tragen öffentliche Einrichtungen? Und wie wichtig ist Vielfalt in Bibliotheken? Die Stadtbibliothek lädt alle Interessierten ein, sich in der Ausstellung zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern mit dem Landesverbandes MV im Deutschen Bibliotheksverband (dbv).
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 12. März, 16:00 Uhr, Eintritt frei
Begleitprogramm zur Ausstellung:
Donnerstag, 12. März, 17:00 Uhr
Filmvorführung „The Librarians“ (USA 2025, engl. OV)
Universität Greifswald, Hörsaal 2.33, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, 2. Obergeschoss. Eintritt frei.
Besonders betroffen von der Buchzensur in Amerika sind die Bundesstaaten Texas und Florida. Eine Gruppe von Schulbibliothekarinnen und -bibliothekare setzt sich für den freien Zugang zu Wissen für Kinder und Jugendliche ein. Der Dokumentarfilm begleitet diese Frauen und zeigt ihren entschlossenen Kampf gegen Bücherverbote in den USA. Eine Kooperationsveranstaltung der Stadtbibliothek Hans Fallada und der Universitätsbibliothek Greifswald mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben!.
Donnerstag, 23. April, 10:00 Uhr
Lesung für Schulklassen „Amy und die geheime Bibliothek“ mit Dr. Markus Kowalzyck
Gewölbe der Stadtbibliothek Hans Fallada
Amy liebt Bücher und das Lesen. Doch dann wird ihr Lieblingsbuch aus der Schulbibliothek verbannt – angeblich ist es ungeeignet für Grundschüler, respektlos und unmoralisch. Die sonst so zurückhaltende Amy ist empört: Es ist ein ganz tolles Buch! Und jeder sollte es ausleihen und lesen können! Als immer mehr Bücher aus den Regalen verschwinden, eröffnet Amy kurzerhand die G.S.B., die Geheime Schließfach-Bibliothek. Hier können ihre Mitschüler alle verbannten Bücher heimlich ausleihen. Schon bald boomt Amys Bibliothek, und gemeinsam schmieden die Kinder einen Plan, um sich gegen die Bücherverbannung zur Wehr zu setzen.
Dr. Markus Kowalzyck, Familientherapeut, Coach und Vater von fünf Kindern liest aus diesem Buch von Alan Gratz, das 2024 in einem Schulbezirk in Florida für Schulen verboten wurde.
Donnerstag, 23. April 19 Uhr
„Was ist daran verboten?“ – Lesung und Gespräch am Welttag des Buches
im Rahmen der Ausstellung „Banned books“
Gewölbe der Stadtbibliothek Hans Fallada. Eintritt frei.
Die Liste der aus US-amerikanischen Bibliotheken verbannten Bücher umfasste allein 2024 insgesamt 2.452 Titel. Claudia Kowalzyck (Beauftragte für Familien, Senioren und Gleichstellung) und Anja Mirasch (Leiterin der Stadtbibliothek) lesen aus „Banned books“ und laden ein über diese Bücher zu Fragen wie „Wer entscheidet, was gelesen werden darf? oder „Wie beeinflusst Zensur die Bildung und das demokratische Miteinander?“ ins Gespräch zu kommen.
1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren.

