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Bescheide verständlicher formuliert: Stadt und Universität starten innovatives Projekt für mehr Bürgerfreundlichkeit
Lange Sätze, umständliches Fachvokabular, Paragraphen – viele Menschen haben Mühe, Verwaltungsschreiben wirklich zu verstehen. Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald und der Arbeitsbereich Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Greifswald haben daher das gemeinsame Projekt „Bessere Bescheide“ gestartet, um Behördenpost bürgerfreundlicher zu gestalten.
In den kommenden zwei Jahren schauen sich Fachleute aus der Sprachwissenschaft genau an, wie städtische Schreiben aufgebaut sind und wie sie klarer formuliert werden können. „Wir wollen Schreiben der Verwaltung so verbessern, dass Bürgerinnen und Bürger sie schneller und einfacher verstehen können und Hürden abgebaut werden.“, erklärt Maik Pierron, Leiter des Haupt- und Personalamts der Stadtverwaltung. „Wir setzen hiermit gleichzeitig einen Auftrag der Bürgerschaft um.“
„Wir merken immer wieder, dass viele Formulierungen in Bescheiden im Alltag schwer verständlich sind. Gleichzeitig ist es nicht einfach, diese rechtssicher zu formulieren. Hierfür gibt es Antworten aus der Sprachwissenschaft und ich freue mich sehr, dass unser Fachbereich dabei unterstützen kann, die verwendete Sprache in offiziellen Schreiben bürgernaher zu gestalten,“ beschreibt Linguistik-Professorin Dr. Konstanze Marx-Wischnowski die zentralen Aspekte des Vorhabens.
Die Projektgruppe analysiert hierfür Bescheide aus der Verwaltung, spricht mit Mitarbeitenden über ihre Schreiberfahrungen und lädt Bürgerinnen und Bürger zu einem Workshop ein. Am Ende sollen die Verwaltungsmitarbeitenden dafür sensibilisiert werden, welche Schwierigkeiten beim Verfassen von Bescheiden auftreten und welche Probleme Bürgerinnen und Bürger beim Lesen haben. Es sollen Textbausteine entwickelt werden, die das Schreiben für die Verwaltung erleichtern und zugleich neue, moderne Formen der behördlichen Kommunikation eingeführt werden.
„Es gibt bereits ähnliche Modellprojekte in anderen Städten und so freut es mich, dass wir auch in Greifswald gemeinsam mit der Universität eine solche Initiative ins Leben rufen konnten“, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder beim offiziellen Projektstart. Er sieht hierbei einen wichtigen Schritt hin zu zeitgemäßer, serviceorientierter Verwaltung.

