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Greifswald ist Energie-Kommune des Jahres 2025

In einer bundesweiten öffentlichen Abstimmung setzte sich Greifswald unter zwölf zuvor ausgezeichneten Energie-Kommunen des Monats durch. Initiiert wurde die Wahl von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Im Finale standen neben Greifswald die Gemeinde Schwalmtal sowie der Landkreis Regensburg. Mit 42,3 Prozent der Stimmen entschieden die Bürgerinnen und Bürger die Abstimmung für Greifswald. Schwalmtal erhielt 35,8 Prozent und der Landkreis Regensburg 21,9 Prozent. Die Greifswalder Stadtverwaltung dankt allen Bürgerinnen und Bürgern – aus Greifswald und darüber hinaus – die ihre Stimme abgegeben haben. Ein besonderer Dank gilt den engagierten Partnerinnen und Partnern im Klimabündnis, den Greifswalder Stadtwerken, den Wohnungsunternehmen, der Universität, den Initiativen sowie allen Beteiligten in Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Diese Auszeichnung ist Ansporn, den eingeschlagenen Weg hin zu einer klimaneutralen Stadt konsequent weiterzugehen.
Bereits im Juni 2025 war Greifswald von der AEE als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet worden. Ausschlaggebend waren das langjährige und strategische Engagement im Klimaschutz, die konsequente Umsetzung der Wärmewende, innovative Mobilitätskonzepte sowie die enge Zusammenarbeit von Stadt, Stadtwerken, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder zeigte sich erfreut über die Auszeichnung: „Diese Wahl ist eine großartige Bestätigung für unseren eingeschlagenen Weg. Gemeinsam mit den Greifswalder Stadtwerken, den Wohnungsunternehmen und unseren Partnern im Nachhaltigkeitsbündnis treiben wir die Wärmewende entschlossen voran. Unser Ziel der Klimaneutralität bleibt anspruchsvoll – umso wichtiger ist die breite Unterstützung aus der Stadtgesellschaft.“ AEE-Geschäftsführer Dr. Robert Brandt würdigte das Engagement der Stadt: Greifswald treibe die Wärmewende mit beeindruckender Konsequenz voran und zeige mit intelligenter Sektorenkopplung und überzeugenden Mobilitätskonzepten, welche positiven Wirkungen die Energiewende vor Ort entfalten könne.
Ein zentraler Baustein der Greifswalder Klimastrategie ist das innovative Kraft-Wärme-Kopplungssystem der Stadtwerke Greifswald im Energiepark Helmshäger Berg. Dort befindet sich die derzeit größte Solarthermieanlage Deutschlands mit 3.792 Kollektoren und einem Jahresertrag von rund 8.000 Megawattstunden. Damit können 800 bis 1.000 Haushalte mit Wärme versorgt und jährlich rund 1.800 Tonnen CO₂ eingespart werden. Ergänzt wird die Anlage durch ein Blockheizkraftwerk, einen Elektroheizkessel zur Nutzung von überschüssigem erneuerbarem Strom, eine Großwärmepumpe sowie einen 5.500 Kubikmeter großen Wärmespeicher mit einer Kapazität von 200 MWh. Insgesamt können durch die verschiedenen Maßnahmen derzeit rund 46.500 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden. Bis zu 20 Prozent der Fernwärmeerzeugung stammen bereits aus erneuerbaren Quellen – Tendenz steigend. Erzeugerseitig soll nach derzeitigem Stand entsprechend Wärmestrategie der Greifswalder Stadtwerke bis 2035 die Klimaneutralität erreicht werden. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wird geprüft, wie weitere Stadtgebiete klimafreundlich versorgt werden können. Dabei werden sowohl der Ausbau der Fernwärme als auch dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen betrachtet.
Neben der Wärmewende setzt Greifswald auf konsequenten Moorschutz. Die Wiedervernässung von Moorflächen leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, da nasse Moore erhebliche Mengen Kohlenstoff speichern. Das Engagement wird unter anderem durch das Greifswald Moor Centrum und die enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen getragen.
Auch im Verkehrsbereich setzt die Stadt Maßstäbe: 34 Prozent der täglichen Wege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt, bei Studierenden sogar über 90 Prozent. Der Stadtbusverkehr wird mit Biomethan betrieben, rund die Hälfte des Fuhrparks der Stadtwerke ist elektrisch, und das Netz öffentlicher Ladesäulen wird kontinuierlich erweitert.
