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Nachtragshaushalt für 2026 beschlossen: Greifswald spart und kann weiter investieren

11.03.2026
Greifswald spart und kann weiter investieren© Till Heidrich

Die Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald hat auf ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr die Nachtragshaushaltssatzung für das Jahr 2026 beschlossen. Der Nachtragshaushalt setzt zum einen zusätzliche Sparvorgaben der Bürgerschaft um. Zum anderen berücksichtigt er neue Ausgaben, die im Laufe des Jahres notwendig werden.

Was sich für Bürgerinnen und Bürger ändert

Um den städtischen Haushalt zu stabilisieren, spart die Stadt zusätzlich in mehreren Bereichen. Einiges davon wird auch im Alltag spürbar sein. Die Neugeborenenprämie entfällt künftig. Bisher hat die Stadt einmalig 100 Euro für jedes neugeborene Kind gezahlt. Auch die Umzugskostenbeihilfe wird reduziert. Wer als Auszubildender oder Studierender neu nach Greifswald zieht, erhält statt 200 Euro künftig 150 Euro Zuschuss. Bestehende Vereinbarungen mit Vereinen bleiben bestehen. Vereinbarte freiwillige Leistungen, etwa in den Bereichen Kultur, Sport oder Soziales, werden weiterhin umgesetzt.

Stadt spart auch bei eigenen Ausgaben

Die Bürgerschaft hat außerdem beschlossen, Ausgaben für Mandatsträger und Fraktionen zu reduzieren. Weitere Einsparungen gibt es bei Personalkosten der Stadtverwaltung. Der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen wird langsamer umgesetzt. Außerdem verschiebt die Stadt einige Planungen für Baugebiete und größere städtebauliche Konzepte. Auch für die Werterhaltung städtischer Gebäude stehen weniger Mittel zur Verfügung.

Stadt investiert weiter in wichtige Projekte

Trotz der Sparmaßnahmen setzt die Stadt die großen Baumaßnahmen fort. Weitere wichtige Investitionen kommen hinzu. Dazu gehört die Generalsanierung des Segelschulschiffs GREIF. Für die Fertigstellung werden zusätzliche 2,9 Millionen Euro benötigt, unter anderem für Innenausbau, Elektrik und Motorisierung. Auch im Seehafen Ladebow wird investiert. Dort muss die Kaikante erneuert werden, weil die bestehende Spundwand nach rund 55 Jahren stark beschädigt ist. Zudem entsteht ein Becken, damit die dort ansässigen Yachtbauer Boote besser zu Wasser lassen können. Die Gesamtkosten liegen bei rund fünf Millionen Euro, davon werden rund 3,7 Millionen über Fördermittel finanziert.

Einsparungen in Millionenhöhe 

Eine Entlastung des städtischen Haushalts ergibt sich zudem durch die Senkung der Kreisumlage durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Kreisumlage ist der Anteil der Steuereinnahmen, den Städte und Gemeinden an den Landkreis abführen müssen. Für Greifswald bedeutet die Senkung eine Entlastung von rund drei Millionen Euro.

Insgesamt verbessert sich durch die Änderungen das geplante Jahresergebnis für 2026 deutlich. In der Ergebnisrechnung – der Übersicht über Erträge und Aufwendungen eines Jahres – ergibt sich eine Verbesserung um rund 10,6 Millionen Euro, in der Finanzrechnung – der Übersicht über Einzahlungen und Auszahlungen eines Jahres - um 11,1 Millionen Euro. Die Nachtragshaushaltssatzung wird nun zur Prüfung an das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde übermittelt. Bis eine Entscheidung vorliegt, arbeitet die Stadtverwaltung bereits nach den neuen Vorgaben.