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Quartiersfest im Ostseeviertel Parkseite zum Tag der Städtebauförderung am 9. Mai

28.04.2026
Modernisierte Wohngebäude im Ostseeviertel Parkseite© Wally Pruß

Anlässlich des bundesweiten Tags der Städtebauförderung lädt die Universitäts- und Hansestadt Greifswald am Samstag, dem 9. Mai 2026, von 14:00 bis 17:00 Uhr zu einem Quartiersfest ins Ostseeviertel Parkseite ein. Besucherinnen und Besucher erfahren vor Ort, wie sich der Stadtteil in den vergangenen Jahren mit Hilfe der Städtebauförderung entwickelt hat. Die Gäste erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Stadtteilspaziergang, Mitmachaktionen, einer Fotoausstellung und einer Filmpremiere. Vereine und Einrichtungen aus dem Quartier stellen ihre Arbeit vor und öffnen ihre Türen. Die Umgestaltung des Ostseeviertels Parkseite gehört zu den umfassendsten Sanierungsmaßnahmen innerhalb der Stadt. Sie wurde Ende 2025 offiziell abgeschlossen.

Vielfältiges Programm im Stadtteil
Das Quartiersfest beginnt um 14:00 Uhr auf der Wiese neben dem Haus Ostsee (Rigaer Straße 21) mit Spielangeboten, Hüpfburg und Grillstand. Die SoPHi, Tochterunternehmen der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald (WVG), lädt parallel auf ihre Terrasse ein und bietet Bratwurst und Getränke an. Um 14:30 Uhr startet ein geführter Spaziergang durch das Viertel. Dort erhalten Interessierte Einblicke in den Stadtumbau der vergangenen Jahrzehnte. Eine Anmeldung ist bis zum 7. Mai unter ostseeviertel@greifswald.de möglich. Ergänzend organisiert der Greifswalder Stadtsportbund einen Bewegungsparcours durch das Quartier, während der „Schachverein Gryps“ auf der Festwiese zum Mitspielen einlädt. Auch der Volleyball Club Greifswald öffnet seine Türen und bietet Einblicke in seine Arbeit sowie kleine Aktionen. Im Haus der Begegnung im Trelleborger Weg 37 zeigt eine Fotoausstellung die Entwicklung des Viertels. Dort gibt es ebenfalls Kaffee und Kuchen. Ein Film mit dem Titel „Wie lebt es sich im Ostseeviertel Parkseite“ feiert Premiere und läuft parallel an mehreren Orten im Stadtteil. Für Speisen und Getränke werden Spenden erbeten, die den jeweiligen Einrichtungen zugutekommen. 

Stadtumbau über mehr als drei Jahrzehnte
Das Ostseeviertel Parkseite hat sich in den vergangenen 24 Jahren grundlegend verändert. Seit 2002 gestalteten Stadt, Wohnungsunternehmen, Stadtwerke und weitere Partner das Quartier umfassend um. Aus einem Gebiet mit großen städtebaulichen Defiziten und hohem Leerstand entwickelte sich ein attraktiver und vielfältiger Wohnstandort.

Ausgangspunkt war eine schwierige städtebauliche Situation: Nach der Wende und der Schließung des Kernkraftwerks in Lubmin 1990 sank die Einwohnerzahl Greifswalds deutlich. Viele Wohnungen standen leer, besonders in den Plattenbausiedlungen. Im Ostseeviertel Parkseite lag der Leerstand 2002 bei rund 23 Prozent. Die Stadt entschied sich bereits Anfang der 1990er Jahre deshalb, das Quartier gezielt zu stärken und umzubauen. Die Bewohnerinnen und Bewohner spielten von Beginn an eine wichtige Rolle. Befragungen zeigten früh, dass viele im Quartier bleiben wollten, sich aber ein besseres Wohnumfeld wünschten. 

Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WVG) sowie die Wohnungsbau-Genossenschaft (WGG) passten den Wohnungsbestand konsequent an. Sie rissen Gebäude ab, reduzierten Geschosse und gestalteten verbleibende Häuser grundlegend um. Insgesamt bauten die WGG 439 und die WVG 362 Wohnungen zurück. Nach dem Umbau verfügten die WGG über 616 und die WVG über 528 energetisch sanierte Wohnungen mit neuen Grundrissen, zum Teil mit Dachterrassen, neuen Balkonen oder Zugang zu Mietergärten. Auch das Wohnumfeld veränderte sich deutlich. Innenhöfe, Grünflächen und Wege wurden neugestaltet und aufgewertet. Ziel war es, die zuvor als monoton empfundene Siedlung abwechslungsreicher und lebenswerter zu machen. Parallel dazu passten die Stadtwerke die technische Infrastruktur an. Sie modernisierten Leitungen und Netze für Wasser, Fernwärme und Strom und erhöhten so die Effizienz, Umweltverträglichkeit sowie Versorgungsqualität. 

Neben den umfangreichen Investitionen der Wohnungsunternehmen und der Stadtwerke setzte auch die Stadt zahlreiche Infrastrukturprojekte um. Sie baute Straßen und Plätze aus und wertete Freiräume auf, in den letzten Jahren unter anderem am Lubminer Platz, am Helsinkiring, am Gedserring, in der Rigaer und Tallinner Straße sowie am Trelleborger Weg. In die Umgestaltung des Ostseeviertels Parkseite investierte allein die Stadt ca. 17,8 Millionen Euro Städtebaufördermittel. Bund und Land beteiligten sich daran mit rund 7,25 Millionen Euro. Weitere Fördermittel flossen direkt an die Wohnungsunternehmen und weitere Partner.

Ein Quartier mit hoher Lebensqualität
Heute ist das Ostseeviertel Parkseite nahezu vollständig vermietet. Der Leerstand liegt nur noch bei rund 1,2 Prozent. Das Quartier bietet vielfältige Wohnformen und eine hohe Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld. Unterschiedliche Wohnungsgrößen, Ausstattungen und Mietpreise fördern eine soziale und demografische Mischung im Quartier. Auch gestalterisch setzt das Quartier Maßstäbe. Mehrere Teilprojekte erhielten Auszeichnungen beim Deutschen Bauherrenpreis. Den Erfolg tragen viele Akteure gemeinsam:  Wohnungsunternehmen, Stadt und soziale Einrichtungen arbeiten seit Jahren eng zusammen. Die Gesamtmaßnahme „Stadtumbau im Ostseeviertel Parkseite“ lief zum 31. Dezember 2025 aus.