Mesekenhäger Moorniederung
Aktuelle Informationen zur Machbarkeitsstudie
Unter dem Titel "Wasser, Boden, Landschaft - wie nutzen wir unsere Moorflächen in Zukunft?" lädt das Moormanagement der Stadt Greifswald gemeinsam mit den Gemeinden Mesekenhagen und Sundhagen sowie in Kooperation mit dem Klima.Mobil. der Initiative ZukunftsHandeln MV herzlich zu einem Feldgespräch ein. Treffpunkt ist das Gemeindezentrum Mesekenhagen und die Veranstaltung geht von 9 bis 13 Uhr.
Das Feldgespräch bietet die Gelegenheit, gemeinsam auf die Entwicklung der Mesekenhäger Niederung zu blicken und über Perspektiven für die zukünftige Nutzung der Moorflächen ins Gespräch zu kommen. Nach einer kurzen Begrüßung startet ein Spaziergang in Richtung Schöpfwerk, das eine wichtige Rolle für die Entwässerung des Gebiets spielt. Im Anschluss bringen verschiedene Akteurinnen und Akteure ihre Perspektiven ein – darunter Vertreter der Landwirtschaft, die Bürgermeister der Gemeinden, der Moorschutzbeauftragte des Wasser- und Bodenverbands sowie eine Vertreterin der Michael-Succow-Stiftung.
Bei Suppe und Getränken aus der Feldküche wird der Austausch in entspannter Atmosphäre fortgesetzt.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden kürzlich die ersten vier Wasserstandspegel in der Mesekenhäger Niederung gesetzt. Sie erfassen kontinuierlich die Wasserstände im Moorboden und liefern damit wichtige Grundlagen für die weiteren Untersuchungen.
Die Pegel bleiben nicht nur während der Dauer der Studie im Boden, sondern sollen auch langfristig Daten liefern. So kann der Wasserhaushalt der Niederung künftig besser verstanden und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum nachvollzogen werden.
Im Gemeindezentrum Mesekenhagen trafen sich am 25. Februar Flächennutzer, Vertreter der Stadt Greifswald und der Peter-Warschow-Stiftung sowie das beauftragte Planungsbüro zum Austausch, um die geplante Machbarkeitsstudie zu besprechen.
Die Stadt Greifswald stellte ihre Rolle als (Mit-)Eigentümerin zahlreicher Flächen vor und betonte das Interesse, die Flächen weiterhin landwirtschaftlich nutzbar zu halten und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Anschließend erläuterte das Planungsbüro die fachlichen und technischen Inhalte der Studie und erklärte, welche Daten derzeit erhoben werden.
In der anschließenden Diskussion konnten viele Fragen direkt geklärt und einzelne Bedenken eingeordnet werden. Gleichzeitig wurde deutlich: Genau hierfür dient die Machbarkeitsstudie – um offene Fragen fachlich zu prüfen und eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zu schaffen.
Ein Schwerpunkt der Untersuchung ist, ob und – wenn ja – wie die Flächen wiedervernässt werden können. Auf dieser Basis sollen Perspektiven entwickelt werden, die ökologische Ziele und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden.
Herzlich bedanken möchten wir uns bei der Gemeinde Mesekenhagen, die bei der Organisation unterstützte und die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.
Moore gelten als wichtige Bodenarchive: Durch den dauerhaften Sauerstoffabschluss im nassen Boden werden Pflanzenreste kaum zersetzt und im Torf konserviert. So bleiben Informationen über frühere Vegetation und Umweltbedingungen über lange Zeit erhalten.
Doch nicht nur die Moore selbst bewahren diese Spuren der Vergangenheit – auch in klassischen Archiven schlummern oft wertvolle Hinweise zur Entwicklung und Nutzung der Moore, etwa in Form historischer Karten und Unterlagen. So wurden kürzlich Karten aus den 1965er Jahres aus dem Archiv des Wasser- und Bodenverbands (WBV) Ryck-Ziese digitalisiert und gesichert.
Die Karten zeigen über 500 Bohrpunkte in der Mesekenhäger Moorniederung mit detaillierten Bodenprofilen und verdeutlichen zugleich den großen Aufwand, mit dem diese Daten damals erhoben wurden: Bohrungen im Moor waren körperlich anspruchsvoll, zeitintensiv und erforderten viel Fachwissen. Umso wertvoller sind diese Informationen heute.
Für die laufende Machbarkeitsstudie liefern sie wichtige Hinweise zur Entwicklung des Moores und ermöglichen im Vergleich mit heutigen Bohrungen Aussagen darüber, wie viel Torf im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Ein herzlicher Dank gilt dem Moorschutzbeauftragten des WBV Immo Witgenfeld, der die Archivrecherche und Digitalisierung durchgeführt hat.
Die Mesekenhäger Moorniederung ist eines der großen Moorgebiete rund um Greifswald. Die Stadt ist an einem erheblichen Teil der Fläche als (Mit-)Eigentümerin beteiligt. Aufgrund seiner Größe kommt dem Gebiet eine besondere Bedeutung zu – sowohl aus Sicht der Treibhausgasbilanz als auch für einen stabilen Wasserhaushalt in der Region. Um herauszufinden, ob und unter welchen Bedingungen eine Wiedervernässung möglich wäre, hat die Stadt gemeinsam mit der MoorAgentur der Landgesellschaft MV eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben.
In dieser Studie sollen wichtige Grundlagen erhoben werden: Wasserflüsse, Geländehöhen, die Ausdehnung des Torfkörpers und die möglichen Einsparpotenziale verschiedener Wiedervernässungs-Szenarien. Dabei geht es zunächst nur um die Datenerhebung – konkrete Maßnahmen zur Umsetzung stehen noch nicht an.
Kurzvorstellung der Moorniederung

Größe und Lage
Der Polder Mesekenhagen, zwischen Jager, Kirchdorf und Mesekenhagen, umfasst eine Moorfläche von ungefähr 600 Hektar, die eine starke Torfmächtigkeit aufweist. Über ein Netz von Gräben und ein Schöpfwerk wird das Gebiet in die Gristower Wieck entwässert.
Landeinwärts läuft das Gebiet sanft in höheren Lagen aus. Ungefähr 230 Hektar Moor liegen im gemeinsamen Eigentum der Stadt Greifswald und der Peter-Warschow-Sammelstiftung.
Die Bahntrasse von Greifswald nach Stralsund verläuft im Westen durch die Niederung.
Nutzung
Überwiegende Teile des Polders werden als Grünland genutzt. Kleinere Teile werden als Acker bewirtschaftet oder sind bewaldet.
Besonderheiten
Das Gebiet weist zudem eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung auf. Im Polder Mesekenhagen befinden sich zahlreiche gesetzlich geschützte Biotope sowie Teile mehrerer Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete). Dazu gehören unter anderem die Gebiete „Moore zwischen Greifswald und Miltzow“, „Wälder um Greifswald“ sowie die „Kleingewässerlandschaft bei Dömitzow“.
Ergänzend sind dort Flächennaturdenkmäler ausgewiesen, darunter der Heidehügel und Pfeifengraswiesen bei Mesekenhagen.
Hintergrundinformationen zur Machbarkeitsstudie
Aufgrund seiner Größe kommt dem Gebiet eine besondere Bedeutung zu – sowohl aus Sicht der Treibhausgasbilanz als auch für einen stabilen Wasserhaushalt in der Region. Um herauszufinden, ob und unter welchen Bedingungen eine Wiedervernässung möglich wäre, hat die Stadt gemeinsam mit der MoorAgentur der Landgesellschaft MV eine Machbarkeitsstudie an das Planungsbüro IHU Geologie und Analytik vergeben.
Für das Gebiet wurden bereits in der Vergangenheit zahlreiche Daten erhoben, zum Beispiel in den 1960er Jahren im Zuge von Entwässerungsmaßnahmen sowie im Rahmen der Moorstudie II der Stadt Greifswald. Diese bestehenden Informationen werden in der aktuellen Machbarkeitsstudie zusammengetragen, ergänzt und durch neue Untersuchungen aktualisiert.
Dabei werden unter anderem Wasserpegel installiert, um den Wasserstand im Moorkörper sowie den Zufluss von Grundwasser zu beobachten, Geländehöhen vermessen, die Ausdehnung des Torfkörpers analysiert und die Umsetzbarkeit verschiedener Wiedervernässungs-Szenarien geprüft. Außerdem werden die vorhandenen Entwässerungsstrukturen, wie Gräben und Durchlässe, untersucht, um ihre Wirkung auf den Wasserhaushalt des Moores besser zu verstehen. Es geht dabei zunächst nur um die Datenerhebung; konkrete Maßnahmen zur Umsetzung stehen noch nicht an.

Ziel ist es, frühzeitig zu prüfen, wie eine zukünftige Entwicklung in dem Gebiet gemeinsam gestaltet werden kann. Es sollen Nutzungsformen erarbeitet werden, die sowohl ökologisch verträglich als auch wirtschaftlich tragfähig sind.
Die Ergebnisse der Untersuchung werden voraussichtlich im Herbst 2026 vorliegen und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt.
