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Engagierte Greifswalder beim Stadtempfang geehrt

Stadtempfang 2017, Foto Pressestelle (15)
v.l. Prof. Martin Schnittler, Birgit Socher, Norbert und Dagmar Braun, Dr. Stefan Fassbinder, Ulla Tesmer, Prof. Pantermöller, Wilfried Stüwe und Dr. Wolfgang Blank

Seit 1995 lädt die Universitäts- und Hansestadt Greifswald am 14. Mai, dem Datum der Verleihung des Lübischen Stadtrechts 1250, zum Stadtempfang ein. An diesem Tag werden außergewöhnliche Leistungen und hervorragendes ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Stadt gewürdigt. In diesem Jahr folgten rund 200 Gäste der Einladung des Oberbürgermeisters zum Festakt in die Stadthalle. Verliehen wurden die Rubenow-Medaille an Prof. Dr. Dagmar Braun und Norbert Braun sowie Silberne Greifen an  Ulla Tessmer und Prof. Martin Schnittler. Ins Ehrenbuch der Stadt trugen sich Prof. Dr. Marko Pantermöller, Wilfried Stüwe, und Dr. Renate Hilbert ein. Im Vorfeld konnten Institutionen, Vereine und Initiativen besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger benennen, die ausgezeichnet werden sollen. Knapp 40 Vorschläge gingen ein. Eine Jury, bestehend aus dem Oberbürgermeister und einem Gremium der Bürgerschaft, wählte die zu Ehrenden aus.

Rubenow-Medaile für Prof. Dr. Dagmar Braun und Norbert Braun

Die höchste Auszeichnung der Stadt, die Rubenow-Medaille, wurde Prof. Dr. Dagmar Braun und Norbert Braun verliehen. Zur Begründung erklärte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder: „Seit Dagmar und Norbert Braun Anfang der 90er Jahre ihr Herz für Vorpommern entdeckten, haben sie die Region maßgeblich mitgestaltet und mitgeprägt. Unter ihrer gemeinsamen Leitung entwickelte sich die Riemser Arzneimittel AG zu einem international tätigen und weltweit agierenden Pharmaunternehmen. Mit ihren Investitionen in der Pharma-Branche trugen sie wesentlich dazu bei, dass sich Greifswald zu einem führenden Standort der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern etablierte. Darüber hinaus erwarben sie sich große Verdienste bei der Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Im Familienverbund investierten sie mehrere hundert Millionen Euro und schufen über 1.000 Arbeitsplätze“, so der Oberbürgermeister weiter.
„Beide Persönlichkeiten zeichnet ein großes zivilgesellschaftliches Engagement aus. Sowohl Dagmar als auch Norbert Braun waren und sind in vielen Verbänden, Aufsichtsräten und Ehrenämtern auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene aktiv. Beide engagieren sich darüber hinaus auch in der 3. Welt. Gemeinsam mit dem Verein Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit helfen sie mit, im westafrikanischen Togo ein Krankenhaus zu bauen.“

Laudator war Dr. Wolfgang Blank, Geschäftsführer der WITENO GmbH und Präsident der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. 

Würdigungen mit dem Silbernen Greifen: Ulla Tessmer und Prof. Martin Schnittler 

Ulla Tessmer habe sich über nahezu fünf Jahrzehnte hinweg auf kommunalpolitischer Ebene engagierte, begründete Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher die Auszeichnung. So sei sie nicht nur Mitglied der Bürgerschaft gewesen, sondern auch Mitglied der Arbeitsgruppe „Barrierefreie Stadt“, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit, Soziales und Jugend und seit 2003 Vorsitzende der Ortsteilvertretung der Insel Riems. All die Jahre hinweg habe sie sich für die Menschen eingesetzt, die auf der Insel lebten und arbeiteten. Ihr sei es gelungen, einen hervorragenden Kontakt zu den auf der Insel Riems ansässigen Unternehmen, Einrichtungen und Vereine aufzubauen und zu pflegen. Ihr sei es auch maßgeblich zu verdanken, dass auch der Gesprächsfaden zwischen den Beteiligten nicht riss. Ganz besonders habe ihr der Erhalt der Kindertagesstätte Inselkrabben am Herzen gelegen. Auf ganz persönliche und individuelle Weise habe sie sich daher um Greifswald und besonders um die Menschen im Ortsteil Riems verdient gemacht.

Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie, Prof. Martin Schnittler, wurde für seinen Einsatz für den Botanischen Garten und die Gewächshäuser geehrt. Die denkmalgerechte Sanierung der seit 2014 geschlossenen Anlage erfordert einen Millionenbetrag, vor dem man kapitulieren könnte. Nicht so Professor Schnittler und Gleichgesinnte, betonte Frau Socher. Er habe unermüdlich eine Allianz für die Gewächshäuser geschmiedet, die sich für deren Erhalt einsetzt. Mit ganz unkonventionellen Ideen wie die Aktion „Tanzen für das Gewächshäusle“ oder Sommerveranstaltungen in den Grünanalgen werben sie Geld für die Sanierung  der denkmalgeschützten Gewächshäuser ein. Darüber hinaus widme sich Professor Schnittler als Direktor des Botanischen Gartens und des Arboretums seit vielen Jahren dem Anliegen, die Pflanzenkunde in Theorie und Praxis jungen Menschen nahe zu bringen.

Eintragungen ins Ehrenbuch der Stadt: Prof. Dr. Marko Pantermöller, Wilfried Stüwe, und Dr. Renate Hilbert

Prof. Dr. Marko Pantermöller engagiert sich nicht nur als 2. Vorsitzender des Kulturvereins Nordischer Klang, sondern auch als Geschäftsführender Vorstand der Hans Werner Richter Stiftung und als Vorstand des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern der Deutsch-Finnischen Gesellschaft. Sein vielseitiges kulturelles Engagement im Ehrenamt fasste die Bürgerschaftspräsidentin mit einem Zitat aus dem Vorschlagsschreiben zusammen: „Er holt Kunst und Kultur nach Greifswald und verbindet dieses kulturelle Anliegen mit größtem organisatorischem und ökonomischem Talent. Damit tut er viel für die Verständigung über Grenzen hinweg und bringt die Welt in eine Stadt, die ihre periphere Lage durch gesonderte Anstrengungen wettmachen muss.“ „Die Strahlkraft des Nordischen Klangs verdanken wir dem gleichnamigen Kulturverein und in ganz maßgeblicher Weise auch Herrn Professor Pantermöller“, so Birgit Socher. Auch die Organisation der Tagung „Junge Literatur in Europa“ über die Hans Werner Richter Stiftung liege in seinen Händen. Sie bereichere das Kulturleben in Greifswald mit Lesungen und Diskussionen in vielfältiger Art. Als Professor für Fennistik am Institut für Fennistik und Skandinavistik der Universität, trägt Prof. Pantermöller „persönlich im Ehrenamt auf vielfache Art und Weise verdienstvoll zum guten Miteinander zwischen Stadt und Universität bei.“

Wilfried Stüwe gehört seit 40 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr an. Über all die Jahre habe er sich überdurchschnittlich und vorbildlich in den Dienst der Feuerwehr für das Wohl und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gestellt“, würdigte Birgit Socher sein Engagement. Allein im letzten Jahr sei er bei 228 Einsätzen dabei gewesen. Als Hauptmaschinist sei er zudem für die Einsatzbereitschaft und Pflege der Fahrzeuge zuständig. Doch nicht nur die Einsätze, auch die laufende Standortausbildung und Speziallehrgänge nähme einen Großteil seiner Wochenenden ein.

Dr. Renate Hilbert leitet seit mehr als 20 Jahren die Ortsgruppe Greifswald der NaturFreunde Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Elan als Wanderführerin sei inspirierend und faszinierend zu gleich, zitierte Birgit Socher aus dem Vorschlag der Vereinsmitglieder. Unermüdlich organisiere sie spannende Wanderungen durch die heimatlichen Wälder. Dadurch gelinge es ihr mit Elan und Begeisterung, die Belange des Natur- und Umweltschutzes in das Bewusstsein ihrer Mitmenschen zu rücken. Auch die Zusammenarbeit mit der Polnischen Gesellschaft für Tourismus und Heimatkunde liege ihr am Herzen. Darüber hinaus kümmere sie sich um den Erhalt von „steinernen Zeitzeugen“ aus vergangenen Jahrhunderten – den Wegesteinen.

Frau Hilbert konnte leider nicht am Stadtempfang teilnehmen. Sie wird am Freitag, dem 19. Mai, um 12 Uhr durch Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder im Rathaus geehrt.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den bisherigen Stadtempfängen und Preisträgern der Rubenow-Medaille