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Lebenswege – Vorpommern erinnert an Gerhard Dallmann
Am 18. Juni 2026 wäre Gerhard Dallmann 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass würdigen zahlreiche Kultur- und Bildungseinrichtungen in Vorpommern das Leben und Wirken des Schriftstellers, Pfarrers und Gründers der Heimvolkshochschule Lubmin mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm.
Unter dem Titel „Lebenswege – 100 Jahre Gerhard Dallmann“ laden zahlreiche Veranstaltungen dazu ein, den vielseitigen Autor und Bildungsdenker neu zu entdecken. Den Auftakt bildet am 18. Juni ein Vortrag von Rainer Neumann im Pommerschen Landesmuseum. Am 19. und 20. Juni wird in der Kirche Wieck das Theaterstück „Kahnweib“ aufgeführt. Es folgen Lesungen und Gespräche mit Roland Rosenstock im St. Spiritus (23. Juni), Benjamin Klon im Koeppenhaus (28. August) sowie Stefan Hufschmidt, der am 18. September ebenfalls im Koeppenhaus aus Dallmanns dokumentarischem Text „Fluchtweg Großer Belt. Zuflucht eines deutschen Deserteurs auf Omø“ liest.
Gerhard Dallmann (1926–2017) hinterließ vielfältige Spuren in der Region. Als Wehrmachtsdeserteur, Kriegsgefangener, Diakon, Pfarrer, Schriftsteller und Kulturhistoriker setzte er sich zeitlebens mit Fragen von Heimat, Erinnerung und Identität auseinander. Seine Bücher gehören zu den wenigen literarischen Zeugnissen eines Autors, der sich auch in Zeiten politischer Vorbehalte in der DDR offen zu Pommern bekannte und dessen Geschichte und Kultur in den Mittelpunkt seines Schaffens stellte. Prägend für Dallmann war auch seine Flucht als junger Marinefunker nach Dänemark im April 1945. Die Begegnung mit den Ideen des dänischen Pädagogen und Theologen Frederik Grundtvig beeinflusste später die Gründung der Heimvolkshochschule Lubmin im Jahr 1991. Dallmann war überzeugt, dass jeder Mensch unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildungsweg über Fähigkeiten und Begabungen verfügt, die entdeckt und gefördert werden sollten.
Weitere Veranstaltungen finden in Neuenkirchen, Lubmin und Wolgast statt und beleuchten unterschiedliche Facetten des Lebens und Wirkens Gerhard Dallmanns.

