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Charlotte Gneuß erhält 2026 den Wolfgang-Koeppen-Preis für Literatur der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

23.06.2026
Autorin Charlotte Gneuß auf der Frankfurter Buchmesse 2023© Elena Ternovaja

Der Wolfgang-Koeppen-Preis für Literatur der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wird in diesem Jahr an die Autorin und Herausgeberin Charlotte Gneuß verliehen. Vorgeschlagen wurde sie von der Autorin, Musikerin und Performancekünstlerin Madame Nielsen, der Preisträgerin des Jahres 2024. 

Madame Nielsen begründet ihren Vorschlag mit den Worten:

Ich habe Charlotte Gneuß' Romandebut „Gittersee“ gelesen, und obwohl er sehr inspiriert ist von dem jungen Handke, hat er doch seinen eigenen (bösen) Ton und entspricht in jeder Hinsicht den Kriterien (des Wolfgang Koeppen-Preises). … Und so werde ich - denke ich - ja, so wage ich jetzt, Charlotte Gneuß als Koeppen-Preisträgerin des Jahres 2026 vorzuschlagen.

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald schließt sich dem Vorschlag von Madame Nielsen gerne an und lädt die Preisträgerin zur feierlichen Übergabe des Preises nach Greifswald ein. Auf persönlichen Wunsch der Preisträgerin findet die Übergabe des Preises aber erst im September 2026 in Greifswald im Literaturhaus Vorpommern im Geburtshaus Wolfgang Koeppens statt. Madame Nielsen wird auch dann Ihre Laudatio halten.

Charlotte Gneuß wurde 1992 in Ludwigsburg geboren, nachdem ihre Eltern die DDR verlassen hatten. Sie studierte Soziale Arbeit in Dresden, Literarisches Schreiben in Leipzig und Szenisches Schreiben in Berlin. Sie ist Gastautorin von »ZEIT Online«, Gewinnerin des Leonhard-Frank-Stipendiums für neue Dramatik und Herausgeberin der Anthologie »Glückwunsch«, die bei Hanser Berlin erschien. Ihr Debütroman »Gittersee« stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023 und wurde mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung 2023 sowie dem »aspekte«-Literaturpreis für »das beste deutschsprachige Debüt« ausgezeichnet. 2024 erhielt Charlotte Gneuß für »Gittersee« den Nicolas-Born-Debütpreis des Landes Niedersachsen sowie den Grimmelshausen-Förderpreis 2025. Die italienischsprachige Ausgabe wurde 2025 mit dem »Premio Speciale Edoardo Kihlgren Opera Prima« ausgezeichnet. 
(Information des S. Fischer Verlags)

Der Wolfgang-Koeppen-Preis wird seit 1998 alle zwei Jahre am 23. Juni für ein literarisches Wirken vergeben, das in ähnlicher Weise wie das Werk Wolfgang Koeppens dem unvollendeten Projekt der literarischen Moderne verbunden, seiner Zeitgenossenschaft eingedenk bleibt und nicht zuletzt in seiner sozialen Sensibilität dem Werk Koeppens vergleichbar ist. Der Preis, welcher mit 5.000 Euro dotiert ist, wird nicht von einer Jury vergeben, sondern die letzte Preisträgerin bzw. der letzte Preisträger schlägt den Nachfolgenden vor.

Der Wolfgang-Koeppen-Preis wurde bisher verliehen an:  †Richard Anders (1998), Thomas Lehr (2000), Susanne Riedel (2002), †Ludwig Fels (2004), Bartholomäus Grill (2006), Sibylle Berg (2008), Joachim Lottmann (2010), Anna Katharina Hahn (2012), Karl-Heinz Ott (2014), Thomas Hettche (2016), Christoph Peters (2018), Marcus Braun (2020), Christian Kracht (2022) und Madame Nielsen (2024).