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Greifswald erinnert an jüdisches Leben und seine Geschichte

28.10.2026
Gedenktafel für jüdische Gemeinde© Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Am 9. November 1938 setzten Nationalsozialisten Synagogen in Brand, verwüsteten jüdische Geschäfte und Wohnungen und misshandelten und verhafteten jüdische Menschen. Dieser von der Reichsregierung angeordnete Pogrom bildete den Beginn des Völkermordes an den Juden. In Greifswald erinnern Veranstaltungen an die Opfer und an die Geschichte jüdischen Lebens in der Stadt. Dabei geht es auch darum, vergessene Orte wieder sichtbar zu machen und die Erinnerung an die Menschen wachzuhalten, die hier gelebt haben.

Zurück aus dem Vergessen: Der jüdische Friedhof in Greifswald

An der Gützkower Landstraße liegt der jüdische Friedhof Greifswalds. Zwischen 1870 und 1938 wurden hier Angehörige jüdischer Familien bestattet. Das Gelände wurde später weitgehend zerstört und geriet lange Zeit in Vergessenheit. Die Initiative „Erinnern und Leben“ setzt sich gemeinsam mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Greifswald dafür ein, den Ort würdevoll zu gestalten und die Erinnerung an die dort bestatteten Menschen zu bewahren. Erste Schritte sind bereits erfolgt: Anfang 2026 ließ die Stadt Müll entfernen, Sträucher zurückschneiden und einen Zaun errichten. Außerdem wurde die Bushaltestelle „Herrenhufenstraße“ auf Beschluss der Bürgerschaft in „Jüdischer Friedhof“ umbenannt.

Da auf dem Gelände noch eine verfallene Baracke steht, die erst in den kommenden Jahren abgerissen werden kann, soll zunächst vor dem Gebäude ein Gedenkort entstehen. Er soll über die Geschichte des Friedhofs informieren. Wer die Gestaltung unterstützen möchte, kann sich am Samstag, dem 7. November 2026, beteiligen. Der CDF Rotary Club Greifswald lädt von 10:00 bis 16:00 Uhr zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz auf dem Gelände ein. Es liegt direkt hinter dem Baustoff- und Fliesenhandel Linnenbecker.

Auch Spenden für die Umsetzung des Gedenkortes sind willkommen:

Netzwerk Vorpommern e. V.
IBAN: DE44 1309 1054 0001 0846 40
BIC: GENODEF1HST
Bank: Volksbank Greifswald
Verwendungszweck: Erinnern und Leben

Die Website der Initiative „Erinnern und Leben“ (https://erinnern-und-leben.de/) macht jüdisches Leben in Greifswald digital sichtbar. Eine Karte zeigt wichtige historische Orte. Hintergrundinformationen erinnern an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

Andacht in der Mühlenstraße am 9. November

Am Montag, dem 9. November, lädt die Evangelische Studentengemeinde um 13:00 Uhr zu einer Andacht an der Gedenktafel in der Mühlenstraße ein. Sie erinnert an den November-Pogrom 1938 am Ort des früheren Betsaals der jüdischen Gemeinde in Greifswald. Im Anschluss werden an ausgewählten Stolpersteinen Blumen niedergelegt. Die kleinen Gedenksteine im Straßenpflaster erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden.