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Neue „Greifswalder Beiträge“ beleuchten die Entstehung der Stadt
Wie hat sich Greifswald zu einer Stadt entwickelt? Gerade aus der frühen Zeit fehlen oft eindeutige Belege. Umso wertvoller sind archäologische Funde und bauhistorische Untersuchungen, die neue Einblicke in die Vergangenheit ermöglichen. Die aktuelle Ausgabe der „Greifswalder Beiträge“ beleuchtet, welche Spuren die Stadtgründung im sogenannten A11-Quartier am Ryck hinterlassen hat und wie dort vor rund 800 Jahren die Grundlagen für Greifswalds Entwicklung zur Handelsstadt gelegt wurden.
Archäologische Funde geben Einblicke in die Stadtgründung
Der Mittelalterhistoriker Karsten Igel untersuchte schriftlichen Quellen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Er beschreibt in seinem Beitrag, wie rügische Fürsten, pommersche Herzöge, das neu gegründete Kloster und angesiedelte Kaufleute um Einfluss rangen. Außerdem versucht er, die Entstehung der ersten Gebäude, der drei großen Pfarrkirchen, der Stadtklöster und der Stadtbefestigung zeitlich einzuordnen.
Die Archäologin Renate Samariter wertet die Ergebnisse einer archäologischen Grabung im sogenannten A11-Quartier aus, das auf der Südseite des heutigen Museumshafens parallel zum Ryck verläuft. Die Untersuchungen zeigen, wie schnell sich das Gebiet bereits ab dem frühen 13. Jahrhundert entwickelte. Dendrochronologische Analysen, bei denen Fachleute das Alter von Holz anhand seiner Jahresringe bestimmen, belegen umfangreiche Baumaßnahmen. Dazu gehörten die Gewinnung neuer Bauflächen, der Ausbau von Wegen und die Anlage einer schiffbaren Hafenanlage. Diese Entwicklungen legten wichtige Grundlagen für Greifswalds späteren Aufstieg zur Handelsstadt.
Vom Holzbau zur steinernen Stadt
Bauhistoriker Torsten Rütz ergänzt die archäologischen Ergebnisse um die steinernen Baubefunde aus dem A11-Quartier. Er vergleicht sie mit Funden aus benachbarten Städten und zeigt, wie sich Greifswald in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zunehmend durch steinerne Gebäude prägte. Dabei stellt er verschiedene Bauformen und Gebäudestrukturen vor und versucht, das damalige Stadtbild zu rekonstruieren.
Kostenlos im Rathaus und Stadthaus erhältlich
Die „Greifswalder Beiträge“ erscheinen in loser Folge und beschäftigen sich mit Themen der Stadtgeschichte, der Denkmalpflege und der Stadtsanierung. Die neue Ausgabe ist der 16. Jahrgang der Schriftenreihe. Interessierte erhalten das Heft kostenlos an der Information im Rathaus, an der Information im Stadthaus und bei der unteren Denkmalschutzbehörde. Die Auflage ist auf 500 Exemplare begrenzt.
Die „Greifswalder Beiträge“ können auch online auf der Internetseite der Stadt gelesen werden: https://www.greifswald.de/de/verwaltung-politik/bauen/denkmalschutz-und-denkmalpflege/

