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13.05.2020 – Bauarbeiten für neue Spundwand im Museumshafen entlang des Hanserings starten

Dieter Schick und Jeannette von Busse präsentieren den Plan der Spundwand
Dieter Schick, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes, und Bausenatorin Jeannette von Busse zeigen den Plan für die neue Spundwand, Foto: Pressestelle

Bevor der Hansering umgestaltet werden kann, muss zunächst die Uferbefestigung des Rycks zwischen der Steinbeckerbrücke und dem Platz Am Fangenturm saniert werden. Die alte Spundwand, die aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt und teilweise noch original erhalten ist, ist nicht mehr standfest. Sie soll durch eine neue Stahlspundwand verstärkt werden. Die Bauarbeiten dafür beginnen in der kommenden Woche. Den Auftrag für den Ersatzneubau hat die Firma Colcrete - von Essen Wasserbau GmbH aus Ueckermünde erhalten.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf circa 6,6 Millionen Euro. „Zu Beginn der Planungen gingen wir von circa vier Millionen Euro aus. Im weiteren Planungsprozess kamen zusätzliche Kosten hinzu. Außerdem fielen alle Ausschreibungsergebnisse höher aus als berechnet.“, erläutert Bausenatorin Jeannette von Busse. „Wir finanzieren die Baumaßnahme jetzt mit rund 5,7 Millionen Euro Städtebaufördermitteln. Aufgrund der Erhöhung haben wir einen Änderungsantrag beim Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung gestellt, welcher schnell bewilligt wurde. Hinzu kommt eine Sonderbedarfszuweisung des Innenministeriums über rund 900.000 Euro. Wir möchten uns ausdrücklich bei den beteiligten Ministerien für die unkomplizierte Bearbeitung und Unterstützung bedanken.“ Da Greifswald mit einem Drittel an den Städtebaufördermitteln beteiligt ist, sind für die Baumaßnahme insgesamt 275.000 Euro in den Kernhaushalt eingestellt. Die restliche Summe wird über das städtebauliche Sondervermögen finanziert. „Wir tätigen jetzt eine große Investition für die Zukunft. Durch die Sanierung der Spundwand im Bereich des Museumshafens haben wir die nächsten 80 bis 100 Jahre Ruhe und schaffen beste Voraussetzungen für unsere Traditionsschiffe“, so die Bausenatorin.

Die Bauzeit beträgt circa 14 Monate. Die Arbeiten erfolgen in zwei Bauabschnitten. Der erste umfasst rund 220 Meter ab der Steinbecker Brücke in Richtung Fußgängerbrücke. Dieser Bereich soll bis zum Frühjahr kommenden Jahres fertig gestellt werden. Der zweite Abschnitt beginnt hinter der Fußgängerbrücke und reicht etwa 165 Meter in Richtung Fangentum. Dessen Fertigstellung ist im Sommer 2021 geplant.

Die Traditionsschiffe, die normalerweise in diesem Bereich des Museumshafens zwischen der Steinbecker Brücke und der Fußgängerbrücke liegen, haben das Hafenbecken bereits verlassen. Lediglich die „Pomeria“ und die „Albatros“ können an ihrem Liegeplatz verbleiben.

Ab Montag, dem 18. Mai, wird zunächst die Baustelle eingerichtet. Außerdem wird in den nächsten Tagen ein Ponton zu Wasser gelassen, von dem aus die Arbeiten wasserseitig erfolgen. Die ersten Bautätigkeiten wie der Rückbau der alten Steganlage oder der Dalben zur Befestigung der Boote erfolgen ab Anfang Juni. Da das Flussbett aus festem, gewachsenem Boden aus der Eiszeit besteht, der Findlinge enthalten kann, müssen Bohrungen vorgenommen werden, um den Boden für das Rammen vorzubereiten. Voraussichtlich ab September wird dann die neue Stahlspundwand etwa einen halben Meter vor die alte Wand gesetzt und 10 Meter tief in den Boden gerammt. Dazu werden wie bereits auf der Nordseite Trapezprofile ineinander verhakt und diagonal im Erdreich verankert.

Der Kfz-Verkehr entlang des Hanserings ist von diesen Baumaßnahmen nicht betroffen, allerdings muss der Geh- und Radweg im 1. Bauabschnitt auf der nördlichen Seite des Hanserings entlang des Rycks gesperrt werden. Fußgänger können auf den gegenüberliegenden Gehweg wechseln. Radfahrer, die den Ostseeküstenfernradweg nutzen, werden von der Stralsunder Straße in die Ladebower Chaussee und hinter dem Parkplatz am Museumshafen über die Fußgängerbrücke wieder in Richtung Fangenturm und Treidelpfad geführt.
Weitere Informationen zu dem Vorhaben finden Sie hier.