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Pressemitteilungen

12.10.2020 – Geschäftsplan zum Erhalt und Weiterbetrieb der GREIF liegt vor

Die GREIF beim Fischerfest Gaffelrigg

 

 

Am 19. Oktober wird die Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald über die Zukunft ihres stadteigenen Segelschulschiffes entscheiden. Dazu hat der Eigenbetrieb Seesportzentrum GREIF einen Geschäftsplan zum Erhalt und Weiterbetrieb der GREIF erarbeitet, der ab sofort im Bürgerinformationssystem öffentlich einsehbar ist (https://greifswald.sitzung-mv.de/public/). Seit Anfang des Jahres liegt die Schonerbrigg im Heimathafen Wieck an der Pier. Aufgrund von Korrosionsschäden wurde dem Schiff die Seetüchtigkeit entzogen, die GREIF musste ihre Segelsaison 2020 absagen. Um die Kosten für die dringend notwendige Restaurierung, Sanierung und zweckmäßige Modernisierung zu beziffern, wurde vom Ingenieurbüro Detlev Löll ein Sanierungskonzept erstellt. Insgesamt sind 3.5 Millionen EUR notwendig, um die GREIF auch zukünftig in Fahrt zu halten.

 

Diese Summe könnte zum einen durch Mittel von Bund und Land Mecklenburg-Vorpommern zum Erhalt des technischen Denkmals von nationaler Bedeutung gefördert werden. Zum anderen signalisierten bereits Stiftungen ihre Unterstützung durch mögliche Zuwendungen. Zudem sammelt der Förderverein Rahsegler Greif e.V. in Kooperation mit der Ostseezeitung tatkräftig Spenden. Die Eigenmittel der Stadt Greifswald für eine Restaurierung und Sanierung der GREIF sollen sich damit auf unter 940.000 EUR belaufen. „Derzeit ist die zentrale Aufgabe, dass wir die Finanzierung der Werftarbeiten schnellstmöglich absichern können“, sagt Betriebsleiter Friedrich Fichte. „Dann könnte die GREIF ihren 70igsten Geburtstag im nächsten Jahr auf der Werft feiern. Unser Ziel ist es, dass das stadteigene Segelschulschiff ab 2022 wieder unter voller Klasse in Fahrt gehen kann.“.

 

Für den künftigen Betrieb ist die GREIF weiterhin auf Zuschüsse angewiesen. Dieser liegt den Berechnungen zufolge in den Jahren 2022 bis 2026 jährlich zwischen ca. 298.000 und 398.000 EUR und ist dabei unter anderem abhängig von den Werftausgaben im Rahmen des Klassenlaufs der GREIF. Um diese Summe zu prognostizieren, hat der Eigenbetrieb den Geschäftsverlauf und damit alle Erträge und Aufwendungen im Zeitraum der letzten 10 Jahre genau analysiert. „Den größten Umsatz erzielte der Eigenbetrieb durch Törnerlöse, die seit 2015 allerdings deutlich zurückgegangen sind. Das Publikum hat sich verändert. Außerdem ist die GREIF mit ihrem gesamten Standard der Inneneinrichtung bis zur Maschinenanlage in die Jahre gekommen.“, erklärt der Betriebsleiter. „Man hat versucht, sich vermehrt auf Tagesfahrten auszurichten, gebucht wurden diese Törns jedoch nicht ausreichend und mussten immer wieder aufgrund mangelnder Nachfrage abgesagt werden.“

Zukünftig solle die GREIF wieder vermehrt auf Mehrtagestörns segeln und damit besser planbar sein. Zusammen mit dem Förderverein Rahsegler Greif e.V. werden ehrenamtliche Patentträger geworben, die die GREIF enthusiastisch unterstützen und damit die bisherigen Einsatzzeiten des Schiffes verlängern könnten. Mit der Restaurierung und Sanierung des Segelschulschiffes wird gleichzeitig der Standard an Bord aufgewertet. Die Mitsegelpreise für Tages- und Mehrtagestörns werden daher vertretbar angehoben. Mit der Erweiterung der Fahrterlaubnis auf die „mittlere Fahrt“ soll die GREIF zukünftig auch über die baltischen Gewässer hinaus segeln und besondere Ziele in den Törnplan aufnehmen können.

 

Zudem will sich die GREIF vermehrt an eine jüngere Zielgruppe richten. „Wir wünschen uns mehr Jugendliche und junge Erwachsene an Bord. So kann die GREIF ihrem öffentlichen Auftrag gerecht werden. Kinder und Jugendliche, die in der Küstenregion Greifswalds aufwachsen, möchten wir die Schönheit des Segelns auf dem Wasser zeigen.“ Dazu sind zukünftig beispielsweise kleine Forschungsreisen, Studentenaustausche und Jugendtörns geplant. „Zusätzlich möchten wir ab 2022 die Kinderwoche auf der GREIF initiieren, denn wir halten an unserem Ziel fest, dass jedes Greifswalder Kind einmal auf dem Segelschulschiff mitgesegelt sein muss. Damit soll allen Kindern der Hansestadt ein Zugang zur Seefahrttradition vermittelt werden. „Mit so einem tollen Erlebnis werden sie auch zukünftig mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald verbunden bleiben und die Seefahrttradition wird damit lebendig bewahrt.“ Damit einhergehend soll der Eigenbetrieb zukünftig grundlegend auf das Segelschulschiff GREIF ausgerichtet werden. Dazu ist geplant, den Geschäftsbereich der Pension Schipp In auszugliedern und in privatwirtschaftliche Hand zu geben. Ebenfalls soll mittelfristig bewertet werden, ob ein Betrieb der Wieck-Information als Außenstandort der Stadtinformation ab 2022 durch die Greifswald Marketing Gesellschaft mbH erfolgen kann.