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08.10.2019 – Medizinischer Alltag in der DDR: Was die Eiserne Lunge und andere Objekte darüber erzählen

Familien-Universität Porträt Hartmut Bettin und Kathrin Pscheidl
Hartmut Bettin und Kathrin Pscheidl – Foto: Magnus Schult

Am Donnerstag, 17. Oktober 2019, startet die Veranstaltungsreihe der Familien-Universität ins Wintersemester. Hartmut Bettin und Kathrin Pscheidl aus dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, gewähren mit ihrem Vortrag „Medizinischer Alltag in der DDR: Was die Eiserne Lunge und andere Objekte darüber erzählen“ spannende Einblicke in ihre museologische Arbeit. Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr in Hörsaal 2 im Hörsaalgebäude am Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 6. Der Eintritt ist frei.

Die Eiserne Lunge ist ein 400 kg schwerer Stahlkoloss aus der medizinhistorischen Sammlung der Universitätsmedizin Greifswald. Eine erste Begegnung mit ihr ist oftmals verstörend, weckt aber auch Neugierde. Sie ist keineswegs ein stummer Zeuge. Vielmehr steht sie für den Kampf gegen eine heute fast vergessene Krankheit, für bewegende Patientenschicksale, Systemkonflikte, Innovation und Stagnation. Aufwendige Medizintechnik und unscheinbare Dinge wie Gummihandschuhe, Glasspritzen und selbstgebaute Infusomaten zeugen vom Innovations- und Improvisationsvermögen im DDR-Gesundheitswesen.

Hartmut Bettin und Kathrin Pscheidl erzählen in ihrem Vortrag von den Objekten und der Geschichte der medizinhistorischen Sammlung des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin. Diese sind Zeugen dieser spezifischen materiellen Kultur, die auch originelle Namensschöpfungen wie Otlaphari, Medimorph oder Minicoma hervorgebracht hat. Über die Erschließung der historischen Kontexte, in denen diese Dinge Verwendung fanden, eröffnet sich ein wichtiger Zugang zum Verständnis eines staatlichen Gesundheitssystems unter besonderen politischen und ökonomischen Bedingungen. Für den Aufbau einer Ausstellung zum medizinischen Alltag der DDR sollen diese Sachzeugen zum „Sprechen“ gebracht werden, um einen fundierten und differenzierten Blick auf das DDR-Gesundheitswesen zu ermöglichen.
Text: Pressestelle der Universität Greifswald

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