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Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 23.12.2022 – Neue Untersuchung zur Verkehrsmittelwahl startet 2023

Verkehrssituation mit Fahrradfahrern und Autos an der Kreuzung Friedrich-Loeffler-Straße und Knopfstraße in Greifswald
Foto: Wally Pruß

Wie sind die Greifswalderinnen und Greifswalder im Alltag unterwegs – mit dem Auto, dem Bus, dem Fahrrad, dem E-Roller oder zu Fuß? In der Universitäts- und Hansestadt Greifswald startet Anfang kommenden Jahres eine neue Untersuchung zur Verkehrsmittelwahl. Wie Verkehrsplanerin Saskia Seidel vom Stadtbauamt sagte, erhalten insgesamt 15.000 zufällig ausgewählte Haushalte ab Anfang Januar ein Ankündigungsschreiben von der Stadtverwaltung und der Technischen Universität Dresden, die das Projekt federführend begleitet. „Wir bitten alle angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger, sich an der Befragung zu beteiligen und bedanken uns bereits jetzt für die Mitwirkung. Jeder Haushalt steht stellvertretend für einen Teil der gesamten Bevölkerung und wird deshalb gebraucht. Nur, wenn sich möglichst viele beteiligen, können repräsentative Daten gewonnen werden, die für eine umfassende Verkehrsplanung unerlässlich sind.“

Die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, unter anderem Auskunft zu geben, wie lange sie mit welchen Verkehrsmitteln unterwegs sind und welche Entfernungen sie dabei zurücklegen. Auch die Nutzung von Carsharing-Angeboten und Elektrofahrrädern sowie die Mobilität von Kindern, Jugendlichen und Senioren werden analysiert. Da die Voraussetzungen für die Mobilität individuell sehr unterschiedlich sein können, wird beispielsweise auch nach Führerscheinbesitz oder der Erreichbarkeit von Haltestellen gefragt.

Die Erhebung läuft insgesamt über zwölf Monate, die Teilnahme ist freiwillig. Die Fragen können flexibel über einen Online-Zugang im Internet beantwortet werden. Alternativ steht am Telefon geschultes Interviewpersonal zur Verfügung. Auch eine Telefonhotline und ein Webchat sind eingerichtet. Mit der Durchführung der Erhebung hat die TU Dresden das Leipziger Institut O.trend GmbH beauftragt. Dort werden alle Daten erfasst, anonymisiert und zur Auswertung an die TU Dresden übergeben.

Bereits 2009 und 2014 wurde eine solche Erhebung durch das Steinbeis Transferinstitut des Instituts für Geografie und Geologie der Universität Greifswald durchgeführt. Die letzte Befragung ergab, dass das Fahrrad wie schon 2009 das wichtigste Verkehrsmittel für die täglichen Wege ist. Etwa 39 Prozent der Wege wurden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Auf den Pkw-Verkehr entfielen etwa 34 Prozent, 22 Prozent wurden zu Fuß erledigt. Der öffentliche Personennahverkehr hatte nur einen Anteil von 4 Prozent. Auch wurde die Aussage bestätigt, dass Greifswald eine Stadt der kurzen Wege ist. Die Befragung ergab, dass zwei Drittel der Wege, die die Greifswalder zurücklegen, kürzer als 3 Kilometer sind und in weniger als 20 Minuten geschafft werden. Dies liegt hauptsächlich in der Struktur Greifswalds begründet. So hat das Stadtgebiet, in dem 95 Prozent der Bevölkerung leben, nur einen Durchmesser von 6 Kilometern.

Die aktuelle Untersuchung ist Teil des Forschungsprojektes der Technischen Universität Dresden „Mobilität in Städten – Repräsentative Verkehrsbefragung 2023“, das in mehr als 500 deutschen Städten und Gemeinden zeitgleich läuft. Das Projekt liefert nicht nur wichtige Erkenntnisse und Grunddaten für die örtliche und regionale Verkehrsplanung, sondern auch die landes- und bundesweite Verkehrspolitik.

Das als „System repräsentativer Verkehrsbefragungen“ konzipierte Projekt wurde an der TU Dresden bereits 1972 begründet. Durch die regelmäßige Wiederholung dieser Untersuchung im Abstand von fünf Jahren liegen Erkenntnisse zur Verkehrsentwicklung über einen Zeithorizont von nahezu 50 Jahren vor. Sie zeigen unter anderem, dass Mobilität und Verkehr stadt- und gemeindespezifisch große Unterschiede aufweisen können. Umso wichtiger ist es, die örtliche Verkehrsplanung durch regelmäßige Aktualisierung der Datengrundlagen zu unterstützen.

Für die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger steht unter 0800 830 1 830 ein kostenloses Infotelefon zur Verfügung.