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22.10.2020 – Stadtverwaltung beauftragt neues Verkehrskonzept für die Innenstadt

Fahhräder an der Unimedizin
Foto: Wally Pruß

Mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und den ÖPNV – das ist das Ziel eines neuen Verkehrskonzeptes für die Greifswalder Innenstadt, das die Stadtverwaltung Anfang des Monats Oktober in Auftrag gegeben hat. Ein Planungsbüro aus Kassel untersucht hierfür die historische Altstadt innerhalb der Wallanlagen. Im Fokus steht eine umfassende Verkehrsberuhigung mit Vorrang für den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Fußgänger- und Radverkehr. Darüber hinaus sollen die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste sowie die Gestaltung der barrierefreien lnfrastruktur verbessert werden.

Das letzte Verkehrskonzept für die Greifswalder Innenstadt wurde 1994 aus dem städtebaulichen Rahmenplan Innenstadt/Fleischervorstadt und aus dem Verkehrsentwicklungsplan von 1993 abgeleitet. „Angesichts neuer Bauvorhaben aber auch hinsichtlich der Verkehrsentwicklung ist ein neues Verkehrskonzept für die historische Altstadt dringend geboten“, sagte Bausenatorin Jeannette von Busse, die damit auch Forderungen aus der Politik aufgreift. Als Beispiele nennt sie die Verlagerung des Universitätscampus in die Friedrich-Loeffler-Straße, die neue Wohnbebauung am Ryck sowie die weiteren städtebaulichen Planungen in den sogenannten A-Quartieren. „Auch der damit verbundene gestiegene Parkdruck und Parksuchverkehr, der Durchgangsverkehr über die Friedrich-Loeffler-Straße sowie Probleme mit dem Lieferverkehr innerhalb der Fußgängerzone stellen die Stadt vor neue Herausforderungen.“ Der aktuelle Lärmaktionsplan habe zudem gezeigt, dass die Belastung für die Anwohner durch den Fahrzeugverkehr innerhalb der Altstadt weiterhin zu hoch sei, so die Bausenatorin.

Für das Verkehrskonzept werden in den nächsten Wochen verschiedene Daten erhoben. Wie Verkehrsplanerin Saskia Rösch aus dem Stadtbauamt erläuterte, werden unter anderem die Einzelhändler der Innenstadt hinsichtlich Lieferzeiten, Liefervolumen und beanspruchte Dienste befragt. Weiterhin werde eine Verkehrserhebung an verschiedenen Knotenpunkten der Innenstadt durchgeführt. „Dies erweist sich allerdings vor allem aufgrund der Corona-Situation als schwierig, da am Uni-Campus-Loefflerstraße nur bedingt Präsenzveranstaltungen stattfinden. Weniger Studierende bedeuten weniger Radfahrende. Hier müssen wir auf Zahlen der vorangegangenen Radverkehrszählung aus dem Jahr 2019 zurückgreifen.“ Eine Verschiebung der Konzepterstellung sei jedoch nicht möglich gewesen, da im November der Umbau des Hanserings beginnt und dies Auswirkungen auf den gesamten städtischen Verkehr haben werde. „Die erhobenen Daten wären verzerrt.“

Auch die Bevölkerung soll zu Wort kommen: So sind verschiedene Öffentlichkeitsveranstaltungen geplant, bei denen die Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Wünsche einbringen können. Konkrete Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Aus dem Konzept sollen verschiedene Varianten bzw. Szenarien erarbeitet und bewertet werden, die zum Herbst 2021 den bürgerschaftlichen Gremien vorgestellt werden sollen.