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30.10.2018 – Weniger Verkehrslärm in Greifswald - Stadt überarbeitet Lärmaktionsplan

viel Verkehrs an der Kreuzung zur Bahnhofstraße
Kreuzung an der Bahnhofstraße, Foto: Wally Pruß

2014 hatte die Bürgerschaft einen Lärmaktionsplan für Greifswald beschlossen. Vier Jahre später wird nun Bilanz gezogen und das Handlungskonzept fortgeschrieben. Hierzu ist die Stadt gesetzlich verpflichtet. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind daran beteiligt. Anhand von Fragebögen können sie ihre jetzige Situation einschätzen und weitere Vorschläge für weniger Straßenlärm unterbreiten.

Was wurde bisher umgesetzt?

Greifswald hat seit Mai 2016 bereits einiges unternommen, um den Verkehrslärm zu reduzieren und den Umweltverbund zu fördern: Tempo-30 auf den belasteten Straßen in der Nacht, grüne Welle in der Wolgaster Straße oder die Asphaltierung zahlreicher Straßenabschnitte, wie beispielsweise auch der Robert-Blum-Straße für Radfahrer entlang der Fahrradstraße. Wie eine Auswertung nach zweieinhalb Jahren zeigt, konnte beispielsweise die Lärmbelastung auf Abschnitten der Wolgaster Straße, der Anklamer, der Stralsunder und auch der Bahnhofstraße um 2 bis 3 Dezibel (dB) reduziert werden. Außerdem wurde die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die dem gesundheitsrelevanten Lärmpegel von mehr als 70 Dezibel tagsüber und 60 Dezibel nachts ausgesetzt sind, gesenkt. Im Vergleich zu 2014 sind tagsüber jetzt noch insgesamt 1.984 statt 4.174 Menschen sehr starkem Lärm ausgesetzt, nachts sind es rund 2.062 von ehemals 2.978.

Umgesetzte Maßnahmen für Bewohner kaum spürbar

Doch für viele Greifswalderinnen und Greifswalder sind diese Fortschritte kaum spürbar. Das hat eine Auswertung der ersten 70 Fragebögen ergeben, die anlässlich der Fortschreibung des Lärmaktionsplans eingegangen sind. Demnach merken 89 Prozent der befragten Personen keine Verbesserung. Noch immer fühlen sich über 80 Prozent tagsüber, 67 Prozent abends und 57 Prozent der Greifswalder nachts gestört. Vor allem die großen Hauptstraßen wie die Stralsunder Straße, die Wolgaster Straße, die Anklamer Straße, die Bahnhofstraße oder die Grimmer Straße sind ihrer Ansicht nach weiterhin zu hoch belastet. 

Was soll weiter gegen Verkehrslärm unternommen werden?

In einer Bürgerversammlung Mitte Oktober entwickelten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung weitere Ideen gegen Straßenlärm. So sprachen sie sich für weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen und entsprechende Kontrollen, den Einsatz lärmoptimierten Asphalts oder eine Sanierung der Fahrbahnoberflächen aus. Vorgeschlagen wurde ebenso, bessere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr sowie ein besseres Busangebot zu schaffen. Auch in Durchfahrtsverboten durch Wohngebiete, weiteren Einbahnstraßen, Lärmschutzwällen oder einer stärkeren Nutzung der Umgehungsstraße sehen viele wirksame Mittel gegen Lärmbelastung. Alle Vorschläge werden jetzt in der AG Mobilität zusammengefasst und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

„Durch die Umsetzung von Maßnahmen aus der ersten Lärmaktionsplanung konnten bereits teilweise Verbesserungen der Lärmbelastung für Anwohner erreicht werden. Bei einer regen Beteiligung im Rahmen der aktuellen Fortschreibung erwarte ich auch dieses Mal gewinnbringende Vorschläge zur weiteren Reduzierung des Straßenlärms“, betonte die Senatorin für Bauen und Umwelt Jeannette von Busse und kündigte an, dass in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen umgesetzt werden.

Wer noch Ideen zur Lärmminderung einbringen möchte, kann bis Ende November den Fragebogen ausfüllen. Er  liegt auch im Rathaus und im Stadthaus aus. Hier finden Sie weitere Information zum Lärmaktionsplan und den damals beschlossenen Maßnahmen.