Nachhaltigkeitsmanagement
Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet, dass die Universitäts- und Hansestadt Greifswald ihre Entwicklung bewusst nachhaltig gestaltet – für heutige und kommende Generationen. Grundlage sind die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030).
Am 12.04.2018 bekannte sich die Greifswalder Bürgerschaft zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und beschloss, sich für in diesem Themenfeld verstärkt zu engagieren (B697-26/18). Zur Umsetzung dieses Beschlusses wurde mit Unterstützung der Engagement Global gGmbH eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie erstellt.
Greifswald ist damit die erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die dieses Thema strategisch und konsequent angeht.
„Wir wollen nicht bei einem Beschluss stehen bleiben. Nachhaltigkeit ist eine Daueraufgabe, die wir konsequent verfolgen müssen. Gerade die aktuellen Entwicklungen zeigen unmissverständlich auf, dass der rasche Umstieg auf erneuerbare Energien, die Reduzierung des Energieverbrauchs sowie insgesamt ein schonender Umgang mit allen Ressourcen unabdingbar sind.“, betont Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Die Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Fundament, das Maßnahmen und Ziele beinhaltet, die der Stadt nun den Rahmen geben für eine noch nachhaltigere Entwicklung. Besonders wichtig ist, dass diese Strategie ein lebendes Papier ist, mit dem intensiv gearbeitet wird. Einige der Maßnahmen wie beispielsweise Nachhaltiges Bauen, neue Radwege ins Umland, eine CO2-arme Fernwärme, Pfandsysteme wie ReCup sowie ein Nachhaltiges Forstkonzept und bürgernahe Initiativen wie der Ryck-Tag und „Greifswald räumt auf“ werden bereits seit einigen Jahren in Greifswald erfolgreich umgesetzt. Wir möchten dies konsequent in alle Bereiche und auf die ganzen Stadt ausweiten.“
Die drei Bausteine des Nachhaltigkeitsmanagements
NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE
Dabei wurden diese sechs Themengebiete herausgearbeitet:
1. Soziale Gerechtigkeit & zukunftsfähige Gesellschaft
Die städtische Verwaltung kann bereits auf eine strukturelle Tiefe und Breite aufbauen. Mehrere Verwaltungsstellen sind hier verortet und treiben konsequent unter anderem die Familienfreundlichkeit, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe voran. Bei allen zukünftigen Konzepten und Strategien werden Bürgerbeteiligungsprozesse eingebunden.
2. Nachhaltiger Konsum & gesundes Leben
In der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wird der faire Handel kontinuierlich weiter etabliert. Seit Anfang des Jahres 2020 ist Greifswald offiziell „Stadt des Fairen Handels“. Die Universitäts- und Hansestadt hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit weiteren Akteuren wie der Greifswald Marketing GmbH, der Bildungsinitiative verquer, dem Stadtjugendring und dem Verein Weltblick den Fairen Handel bekannter zu machen und weiter auszubauen. Viele Nachhaltigkeitsinitiativen sind studentisch geprägt. Somit bekommen sie immer wieder Zuwachs und neue Impulse.
3. Globale Verantwortung & Eine Welt
Die UHGW pflegt enge Kontakte und einen intensiven Austausch im In- und Ausland. Dies verdeutlicht sich auch in zahlreichen Partnerschaften und Freundschaften mit Städten in Deutschland, Finnland, Schweden, Norwegen, Polen, Ukraine, Russland, Griechenland, China und den USA. Mit der brasilianischen Stadt Pomerode besteht darüber hinaus auch eine Klimapartnerschaft.
4. Klimaschutz & Energie
Greifswald ist seit dem 1. Juli 2016 eine von 22 Masterplan 100% Klimaschutz Modellkommunen. Dementsprechend hat die Stadt sich derzeit zum Ziel gesetzt, die kommunalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95% und ihren Endenergieverbrauch um 50% gegenüber 1990 zu senken. Wesentliche Grundlage hierfür ist der im Jahr 2017 fertiggestellte Masterplan 100 % Klimaschutz. Dieser Zeithorizont muss in Hinblick auf die Nachhaltigkeitsstrategie nun angepasst werden. Die Klimaneutralität muss schneller erreicht werden, um dem Pariser Klimaschutzabkommen gerecht zu werden. Dies bedarf neuer Klimaschutzmaßnahmen als auch der beschleunigten Umsetzung bestehender Maßnahmen.
5. Nachhaltige Mobilität
Die UHGW ist als „Stadt der kurzen Wege“ bekannt, was sich in einer hohen RadfahrerQuote spiegelt. Ca. 40 % der Bürger*innen, darunter 93% der 10000 Studierenden in Greifswald nutzen das Fahrrad als hauptsächliches Verkehrsmittel. Dennoch ist insbesondere der motorisierte Individualverkehr Greifswalds durch Pendlerbewegungen aus der Umgebung in die Stadt und auch aus der Stadt heraus geprägt. Hier steht die Stadt vor der Herausforderung mittels wohlüberlegter Planung, die Ansprüche der Pendler und der Einwohner, die innerhalb der Stadt mit dem Rad unterwegs sind, in Einklang zu bringen und dabei den Anteil des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren. Mobilitätsstationen und ein fein abgestimmter öffentlicher Nahverkehr können dazu beitragen, die Mobilität sozial- und umweltgerecht weiter zu entwickeln.
6. Ressourcenschutz & Klimafolgenanpassung
Greifswald setzt sich aktiv für die Reduktion von Treibhausgasemissionen ein. In dieser Funktion gibt es viele Bestrebungen für den Ressourcenschutz und die Klimafolgenanpassungen. Bei der Verpachtung und beim Verkauf städtischer Flächen kann die Stadt zudem Einfluss auf eine klimafreundliche Bewirtschaftung bzw. Nutzung nehmen. Bei der Verpachtung der stadteigenen Agrarflächen legt die Stadt Wert auf nachhaltige Bewirtschaftungsformen.
In der Nachhaltigkeitsstrategie wird beschrieben, wie diese Schwerpunkte durch entsprechende Maßnahmen untersetzt werden können. Kernstück der Nachhaltigkeitsstrategie ist das Handlungsprogramm, in welchem Ziele und Maßnahmen definiert werden. Die Bausteine des Handlungsprogramms werden von oben nach unten konkreter und handlungsorientierter. Alle Leitlinien, Ziele und Maßnahmen beziehen sich auf den Zeitraum bis 2030, abweichend davon sind vereinzelt genauere Termine genannt. Alle Handlungsprogrammpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie der Universitäts- und Hansestadt Greifswald sind nach derzeitigem Stand von Wissenschaft und Technik aufgestellt worden.
NACHHALTIGKEITSBERICHT

Der Nachhaltigkeitsbericht zeigt, wo Greifswald aktuell steht und wie sich die Stadt im Bereich Nachhaltigkeit entwickelt. Unser digitaler Nachhaltigkeitsbericht wird hier veröffentlicht und zeigt transparent, wie Greifswald die Ziele der Agenda 2030 und der SDGs umsetzt.
Greifswald ist Modellkommune im Portal „Nachhaltige Kommune“ und erstellt seinen Bericht digital. So werden Informationen, Daten und Beispiele zur nachhaltigen Entwicklung Greifswalds im Rahmen der Agenda 2030 und der SDGs öffentlich zugänglich. Bürger und Bürgerinnen können Zahlen, Grafiken und konkrete Maßnahmen unserer Stadt direkt online einsehen.
Die Stadt arbeitet dabei zusätzlich mit dem KECK-Atlas zusammen. Der Keck-Atlas unterstützt Kommunen dabei, ihre Nachhaltigkeitsdaten systematisch zu erfassen und auszuwerten. In Greifswald nutzen wir ihn, um Schritt für Schritt unseren Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen.
NACHHALTIGKEITSHAUSHALT

Kommunen spielen eine zentrale Rolle für die nachhaltige Entwicklung: Ein Großteil der öffentlichen Investitionen in Deutschland wird auf kommunaler Ebene getätigt, und viele Ziele der Agenda 2030 können nur mit dem Engagement von Städten und Gemeinden erreicht werden. Der Nachhaltigkeitshaushalt setzt genau an dieser Schnittstelle zwischen kommunalen Finanzen und nachhaltiger Stadtentwicklung an. Er macht sichtbar, wie Haushaltsmittel zur Erreichung nachhaltiger Ziele beitragen, und unterstützt eine wirkungsorientierte Steuerung. Ziel ist es, trotz begrenzter Ressourcen einen strukturierten und praxisnahen Einstieg in eine integrierte Nachhaltigkeits- und Haushaltssteuerung zu ermöglichen.
Links
Portal für nachhaltige Kommune
Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement
Mit kommunaler Entwicklungspolitik Zukunft gestalten
Kommunale Entwicklungspolitik öffnet Türen
17 Ziele für eine Global Nachhaltige Kommune
SDG-Indikatoren für Kommunen entdecken
Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit
SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele | BMZ


