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04.08.2020 – Segelschulschiff GREIF: Denkmal von nationaler Bedeutung

Die GREIF beim Fischerfest Gaffelrigg
Die GREIF beim Fischerfest Gaffelrigg, Foto: Pressestelle

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hat das Segelschulschiff GREIF als ein Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. In einer Stellungnahme vom 17. Juli  2020 schreibt die Behörde: „Es ist das einzige in der DDR gebaute Segelschulschiff und ebenfalls das einzige Hochseesegelschiff, das in der DDR entstand, sodass ihm ein besonderer Seltenheitswert zukommt…. Die GREIF ist aufgrund des erhaltenen Schiffskörpers und der in wesentlichen Teilen erhaltenen technischen Ausstattung das einzige Schiff mit derartigem Dokumentationswert und erhält auch dadurch Seltenheitswert. Darüber hinaus ist die GREIF ein besonderer Schiffstyp, ein zweimastiger Schoner mit Mischtakelage.“

Desweiteren ist das Schiff nach Einschätzung des Landesamtes „bedeutend für die Entwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen. Es dokumentiert exemplarisch Schiffbau und Schifffahrtsgeschichte zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. … Für die 1948 gegründete Warnowwerft bedeutete der Bau dieses Segelschulschiffs den Beginn des Baus von Stahlschiffen, die später in Serienfertigung hergestellt wurden und den volkseigenen Betrieb zum größten Schiffsproduzenten der DDR wachsen ließen. Das Segelschulschiff ist somit bedeutend für die Geschichte des heute zur Unternehmensgruppe MV Werften gehörenden Schiffbaubetriebs und für die Geschichte des Schiffbaus in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.“

Die GREIF ist derzeit seeuntüchtig und liegt in ihrem Heimathafen in Greifswald-Wieck. Um weiterhin in See stechen zu können, muss das stadteigene Segelschulschiff GREIF grundlegend saniert und modernisiert werden. Dafür liegt inzwischen ein Sanierungskonzept vor. Die Ausgaben dafür werden auf 3,5 Millionen Euro netto geschätzt. „Die Stadt steht in der Verantwortung, das Denkmal Segelschulschiff GREIF zu erhalten.“, betonte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Ich freue mich sehr, dass Bund, Land und verschiedene Stiftungen wegen der Bedeutung des Schiffes ihre Unterstützung signalisiert haben. Die bereits erkennbare Spendenbereitschaft vieler Menschen in ganz Deutschland berührt mich sehr. Ich möchte mich ausdrücklich bei der Ostsee-Zeitung bedanken, die heute einen Spendenaufruf bei ihren Leser*innen gestartet hat.“ Auch der Förderverein Rahsegler Greif e.V. wirbt über seine rund 500 Mitglieder Spendengelder ein. “Unser Ziel ist es, dass das Schiff als Botschafter der Stadt und technisches Denkmal weiterhin in See sticht. Unser Herz schlägt für die GREIF. Deshalb hoffe ich, dass sich die bürgerschaftlichen Gremien im Herbst für eine solche Sanierung aussprechen.“, so der Oberbürgermeister. In diesem Fall erfolgt eine Sanierung ab 2021. Damit wären Segeltörns voraussichtlich wieder ab 2022 möglich.

Das Segelschiff wurde 1951 in der Rostocker Warnowwerft gebaut. Getauft wurde es auf den Namen des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck. Seit 1991 wird die ex „Wilhelm Pieck“ von der Stadt Greifswald als Segelschulschiff „GREIF“ betrieben. Das Schiff steht bereits als bewegliches Kulturdenkmal in der Denkmalliste des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Wer helfen möchte, die GREIF zu retten, kann auf folgendes Konto spenden:

Zahlungsempfänger: Förderverein Rahsegler Greif e.V.
IBAN: DE57 1505 0500 0102 1025 11
Sparkasse Vorpommern
Verwendungszweck: Rettet die Greif