Navigation und Service der Hansestadt Greifswald

Springe direkt zu:

Inhalt Hauptnavigation Suche
Menü öffnen/schliessen

Pressemitteilungen

21.01.2022 – Theater Vorpommern erhält Übergangsspielstätte am Museumshafen

Ansicht des geplanten Theaterneubaus
Ansicht des geplanten Theateranbaus von der Anklamer Straße aus (c) Dietrich I Untertrifaller

Das Theater Vorpommern wird während der Sanierung des Greifswalder Theatergebäudes eine vorübergehende Spielstätte im Forum am Museumshafen finden. Die Bürgerschaft sprach sich am Abend in einer nichtöffentlichen Sitzung mit großer Mehrheit für diese Interimslösung aus. Demnach werden auf dem Festplatz ein großes Theaterzelt sowie eine Containeranlage aufgebaut, in der unter anderem Requisiten, die Maske und Umkleidemöglichkeiten für die Künstlerinnen und Künstler untergebracht sind.

Die Verwaltung hatte den bürgerschaftlichen Gremien vier Alternativvorschläge unterbreitet. „So hätten sich diese auch für eine nochmalige Ausschreibung entscheiden können, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, ein kostengünstigeres Angebot zu erhalten, eher gering.“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder, dessen Vorzugsvariante ebenfalls die nun beschlossene Lösung war. Auch hätte es den Zeitplan weiter nach hinten geschoben. Weitere Alternativen wären die Anmietung einer großen Veranstaltungsstätte im Stadtgebiet gewesen oder die dezentrale Bespielung in verschiedenen Räumlichkeiten, verbunden mit einem Shuttlebusangebot nach Stralsund zu größeren Aufführungen.

Die Verwaltung und Schneiderei der TVP werden übergangsweise in der Friedrich-Loeffler-Straße 8 untergebracht. Das Gebäude wird dafür entsprechen hergerichtet. Als Probenraum für das Ballett mietet die Stadt vom Landkreis Vorpommern-Greifswald die Räumlichkeiten des ehemaligen Speisesaals in der Berufsschule Technik in der Siemensallee befristet für dreieinhalb Jahre an. Die Gesamtkosten für die Interimslösung einschließlich Herrichtung, Miete und Nebengelasse belaufen sich für die Zeit der Baumaßnahme auf rund 4,6 Millionen Euro.

Die Entwurfsplanung für die Sanierung des Theaters steht kurz vor dem Abschluss. Das Planungsbüro Dietrich | Untertrifaller Architekten GmbH aus München stellte in dieser Woche den aktuellen Planungsstand vor. Es geht derzeit von Baukosten von rund 49 Millionen Euro aus (Stand 2. Quartal 2021). Darin enthalten sind neben den Planungs- und Gutachterleistungen die Kosten für die Sanierung des historischen Gebäudes sowie die für den Abriss der alten Gebäudeteile und den neuen Anbau. Bund und Land unterstützen die Sanierung derzeit mit rund 22 Millionen Euro aus  Städtebauförderprogrammen. Allerdings erwartet der Leiter des Immobilienverwaltungsamtes, Winfried Kremer, angesichts der Baupreissteigerungen weitere Kostenerhöhungen, die sich derzeit noch nicht beziffern lassen.

In dem Neubau sind künftig neben der Probebühne, auch eine Kantine mit Cafeteria und der Ballettsaal untergebracht. Das Besondere: Über eine bewegliche Metallgitterwand kann die Fensterfront aufgeschoben werden. Die Barrierefreiheit wird im Anbau über einen Aufzug und am Haupteingang über eine Rampe sowie ein Hubpodest im Kassenbereich gewährleistet. Künftig wird es auch eine Verbindung zwischen der Anklamer und der Robert-Blum-Straße geben.

Mit dem Ende der Spielzeit im Juni 2022 wird das Theater für Aufführungen geschlossen, dann kann die Rabitzdecke im Zuschauersaal mit Hilfe einer großen Rüstung näher untersucht werden. Die Verwaltung kann zunächst noch in den Räumlichkeiten verbleiben. Im 2. Halbjahr erfolgt der Aufbau des Interimszeltes am Museumshafen. Dort könnten dann ab Januar 2023 die ersten Aufführungen stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt beginnen auch die Bauarbeiten am Theater, zunächst mit dem Abriss der Gebäude aus den 1950er und 1988er Jahren. Die Sanierung soll rund drei Jahre dauern.

Das Theater zwischen der Anklamer Straße und der Robert-Blum-Straße muss grundlegend saniert werden. In dem mehr als 100jährigen Gebäude sind unter anderem die Statik, der Brandschutz und die Belüftung unzureichend, die technischen Anlagen für Heizung und Elektro sind verschlissen. Auch die Bühnentechnik muss grundlegend erneuert werden.