Fairtrade-Stadt & faire Beschaffung

Greifswald ist Stadt des Fairen Handels

Urkundenübergabe zum Titel Stadt des Fairen Handels
Urkundenübergabe zum Titel Stadt des Fairen Handels, Foto: Pressestelle

Seit 2020 darf sich Greifswald offiziell „Stadt des Fairen Handels“ nennen. Der Titel wurde der Universitäts- und Hansestadt am 9. Januar 2020 durch Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.) verliehen. Greifswald hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit weiteren Akteuren wie der Greifswald Marketing GmbH, der Bildungsinitiative verquer, dem Stadtjugendring und dem Verein Weltblick den Fairen Handel bekannter zu machen und weiter auszubauen. Auf der Online-Plattform Fairtradetown können Greifswalder Initiativen ihre Fair Trade Aktivitäten vorstellen.

Um diesen Titel zu erhalten, mussten fünf Kriterien erfüllt werden:

  • Es wurde eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die die städtischen Aktivitäten koordiniert.
  • In Greifswald bieten mindestens 13 Einzelhandelsfachgeschäfte sowie 7 Restaurants und Cafés fair gehandelte Produkte an.
  • In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden entsprechende Bildungsangebote gemacht.
  • Bei allen Sitzungen der bürgerschaftlichen Gremien und im Büro des Oberbürgermeisters wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres fair gehandeltes Produkt angeboten.
  • Über Öffentlichkeitsarbeit wird das Thema bekannter gemacht, auch die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort.

Die Greifswalder Bürgerschaft hatte sich im April 2018 zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bekannt. Diese haben bessere Lebens­bedingungen für alle Menschen zum Ziel, wie beispielsweise keine Armut oder Hungersnot, Gleichberechtigung, hochwertige Bildung, sauberes Wasser, gute Gesundheitsversorgung oder verantwortungsvollen Konsum. Mit dem Beitritt zur Kampagne Stadt des Fairen Handels sollten auch die Greifswalderinnen und Greifswalder einbezogen werden. Dabei ist die Unterstützung des Fairen Handels nicht als Konkurrenz, sondern in Ergänzung zur Vermarktung regionaler Produkte zu sehen. 

 

Greifswald im Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“

Greifswald gehört zu den Gewinnerinnen im Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“. Insgesamt vier Kommunen aus der letzten Runde im Wettbewerb gewannen dabei im Rahmen einer Verlosung eine Videoproduktion. Diese ermöglicht es den Kommunen, ihr eindrucksvolles entwicklungspolitisches Engagement im Bereich Fairer Handel und Faire Beschaffung vorzustellen.

Greifswald Faire Produkte

Greifswalder Fairtrade-Produkte

Greifswald fair gehandelte Stadtschokolade

Fair gehandelt, in Bioqualität produziert und wirklich lecker: Die erste Greifswalder Stadtschokolade ist in der Zartbitter- und Vollmilchvariante erhältlich. Das neue Produkt entstand auf Initiative der Universitäts- und Hansestadt in Zusammenarbeit mit der Greifswald Marketing GmbH, dem Greifswalder Weltladen und dem EDEKA-Markt Sven Schneide

Bild

Faire und nachhaltige Sportkleidung

Mit der Initiative möchte Greifswald als Stadt des fairen Handels alle Vereinsmitglieder sowie deren Familien dazu motivieren, sich mit der Herstellung und den Lieferketten von Kleidung auseinanderzusetzen und sich für nachhaltig produzierte und fair gehandelte Produkte zu entscheiden.

Bild

Greifswald Stadtkaffee

Er ist fair und direkt gehandelt und zeichnet sich durch sein fein-nussiges Aroma aus. Der Greifswalder „Stadtkaffee“ wird ohne Zwischenhändler, also direkt von den Familien bzw. den Kooperativen, die den Kaffee in Nicaragua anbauen, nach Deutschland importiert.

 

Nachhaltige und faire Beschaffung in der Stadtverwaltung

SDG 12

Fairness und Nachhaltigkeit bei der Beschaffung sollen in Greifswald immer stärker zur Geltung kommen. Die Greifswalder Stadtverwaltung verleiht diesem Ziel mit einer neuen Dienstanweisung zur Beschaffung von Lieferungen und Dienstleistungen Nachdruck und Wirkung.

Nachhaltige Beschaffung - wichtige Schritte:

  • 2013 - Umstellung auf Recyclingpapier
  • 2012 - Leitlinien zum „Nachhaltigen und wirtschaftlichen Bauen in der Universitäts- und Hansestadt 
    Greifswald“ - Anpassung des Bewertungs- und Zertifizierungssystems zum nachhaltigen Bauen
  • 2017 - Masterplan 100% Klimaschutz
  • 2017 - Nachhaltiges Verwaltungshandeln
  • 2020 - Dienstanweisung nachhaltige und faire Beschaffung 

Mit den einzelnen Beschlüssen übernimmt Greifswald Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit in der Stadt –so werden kommunale Gebäude seit 2012 nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, so z.B. mit der DGNB-Gold-Standard zertifizierte Käthe-Kollwitz-Grundschule oder der Restaurierung des „STRAZE“, als ein Ort des Experimentierens und Werbens u.a. für sozialere und ökologischere Zukunftsmodelle. Papier wird seit 2013 nur als recyceltes Papier beschafft.

Nach der neuen Dienstanweisung Nr. 10-5, die 2021 in Kraft treten wird, sind alle Beschaffungen so nachhaltig wie möglich vorzunehmen. Für die nachhaltige und faire Beschaffung werden bei Vergaben entsprechend § 2 Abs. 3 UVgO qualitativ, innovativ, umweltbezogen und soziale Aspekte berücksichtigt. Nachweisführung findet über 
entsprechende Gütezeichen statt. Mindestbedingungen und ILO-Kernarbeitsnormen gelten für Beschaffung sind als Mindeststandard angesetzt. Spezifische Produktgruppen werden einzeln betrachtet und mit umweltrelevanten Produktlabeln oder -siegel versehen.

  • Arbeitsplatzcomputer, Drucker, Multifunktionsgeräte
  • Raumbeleuchtung
  • Kraftfahrzeuge
  • Reinigungsmaterialien für Gebäudereinigung
  • Lebensmittel und Verpflegungsdienstleistungen 

Greifswald-Praxisbeispiele auf dem "Kompass Nachhaltigkeit"

Kompass Nachhaltigkeit
Kompass Nachhaltigkeit
  • Nachhaltige Reinigungsmittel nach dem Cradle to Cradle Prinzip (2023)
  • Dienstanweisung mit Grundsätzen zur nachhaltigen Beschaffung (2021)
  • Beschlüsse und Leitlinien zum nachhaltigen Bauen (2017)
  • Bürgerschaftsbeschluss zur Nutzung von Recyclingpapier (2013)