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09.03.2018 – Bürgerschaft spendet 1.000 Euro für Sanierung der Annenkapelle

Frau Streckenbach, Dr. Fassbinder und Borgit Socher in der Annenkapelle der Marienkirche
Pastorin Ulrike Streckenbach (rechts) erläutert Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher und Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder die Restaurierung der Annenkapelle. Foto: Pressestelle

Nachdem die Evangelische Kirchengemeinde St. Marien Greifswald vor wenigen Tagen ihre Pläne für die Sanierung der Annenkapelle bekanntgab, hat die Greifswalder Bürgerschaft eine Spende in Höhe von 1.000 Euro zugesagt. Zudem haben sich bereits acht weitere Hansestädte gemeldet, um das außergewöhnliche Projekt zu unterstützen. Die im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts erbaute Annenkapelle befindet sich an der Südseite des Kirchenschiffs der Marienkirche. Im Zuge der Sanierung der Kapelle wird das alte Portal wieder geöffnet und zusammen mit dem darüber liegenden Fenster im Rahmen eines international ausgeschriebenen Künstlerwettbewerbs neu gestaltet. Auf dem daneben befindlichen zukünftigen „Hanse-Fenster“ werden auf den Rauten, aus denen das Fenster besteht, die Namen und Wappen der Hansestädte zu sehen sein, die diesen Wettbewerb unterstützen.

Förderung des partnerschaftlichen Miteinanders

„Wir haben bereits mehrere Spenden und Zusagen bekommen“, freut sich Pastorin Ulrike Streckenbach. „So haben Rostock 1.000 Euro und Emmerich 600 Euro gespendet. Kyritz und Lippstadt haben jeweils 550 Euro zugesagt und Braunschweig 750 Euro. Die Städte Lemgo und Meppen wollen das Projekt bewerben und die Stadt Uelzen hat ihre Unterstützung angekündigt.“ Sie alle gehören zum Städtebund der Hanse der Neuzeit, der 1980 gegründet wurde, um als „Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte über die Grenzen hinweg“ den Handel, den Tourismus und das partnerschaftliche Miteinander zu fördern. Den Anknüpfungspunkt bildet dabei die jahrhundertealte Tradition des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handelsverbands der Hanse.

Greifswalder Wappen ist gesichert

„Ich freue mich, dass sich so rasch eine ganze Reihe von Städten bereit erklärt hat, das neue Fenster mit zu finanzieren“, sagt Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Das zeigt, dass die enge Verbundenheit der Hansestädte bis heute anhält.“ Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher kündigte an, dass die Greifswalder Bürgerschaft die Sanierung der Annenkapelle mit 1.000 Euro unterstützt. „Damit ist auch das Greifswalder Wappen auf dem ‚Hanse-Fenster‘ gesichert“, so Birgit Socher.

Einladung an alle Hansestädte

Der Hanse-Tradition und der historisch gewachsenen Gemeinsamkeiten fühlt sich die Mariengemeinde als Teil der Hansestadt Greifswald verbunden. Ebenso wie der Künstlerwettbewerb setzt auch das „Hanse-Fenster“ ein Zeichen des Zusammenhalts, so die Hoffnung der Kirchengemeinde. „Derzeit zählen 190 Städte in 16 Ländern zum Städtebund. Wir wünschen uns, dass den bisherigen Unterstützer-Städten noch viele folgen und laden weiterhin zur Teilnahme ein. Und wir hoffen, dass sich weitere Greifswalder Unternehmen und Einrichtungen an der Spendenaktion beteiligen“, so Ulrike Streckenbach. „Das Fenster wird ein faszinierender Anblick und ein tolles Symbol für die Gemeinschaft der Hansestädte“, sagt die Pastorin der Mariengemeinde. Auf dem 38. Internationalen Hansetag in Rostock vom 21. bis 24. Juni wird das „Hanse-Fenster“ einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Stichwort Annenkapelle

St. Marien ist eine der größten norddeutschen Hallenkirchen und Station auf der Europäischen Route der Backsteingotik. Sie ist mehr als 700 Jahre alt. Im zweiten Viertel des 14. Jahrhundert wurde die Kapelle hinzugefügt, die heute als „Annenkapelle“ bekannt ist. Sie ist ein Kleinod gotischer Architektur und wurde vor dem ehemaligen Südportal des Hauptschiffs errichtet. Ein großer Teil ihrer Wand ist Fensterfläche. Sie füllt den gesamten Raum zwischen den Pfeilern aus. Der Sockelbereich besteht aus Mauerwerk. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Annenkapelle als Winterkirche genutzt. Das Besondere an der Kapelle ist, dass der einschiffige Raum zwei Apsiden im Osten hat. Dies ist nach jetzigem Erkenntnisstand einmalig unter den Kapellen und Vorhallen im norddeutschen Raum.