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Wildschweine in Greifswald

Wildschweine im Schilf
Wildschweine im Schilfgürtel des Ryck, Foto: Christine Dembski

Wildschweine haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt und neue Lebensräume erschlossen. Das Stadtgebiet von Greifswald ist nahezu ideal für sie: Die umliegenden Polder, die angrenzende intensive Landwirtschaft, der Schilfgürtel entlang des Ryck, der Elisenhain und der Stadtpark bieten beste Lebensbedingungen. Angelockt durch ein gutes Nahrungsangebot zieht es sie immer weiter ins Stadtgebiet hinein. Vor allem in Ladebow, Wieck und Eldena, aber auch im Ostseeviertel sind die ungebetenen Gäste mittlerweile häufig zu sehen und richten Schäden an.


Wie wird Greifswald unattraktiv für Wildschweine?

Dazu ist ein Umdenken nötig!

  • Wildschweine unter keinen Umständen füttern. Sie verlieren sonst die natürliche Scheu vor dem Menschen und werden zur Gefahr.
  • Füttern mit Speiseresten erhöht die Gefahr einer Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP), deren Erreger sich in Rohwurst-Erzeugnissen aus Osteuropa befinden kann.
  • Lohnende Ziele wie Komposthaufen, Mülltonnen usw. vor Wildschweinen sichern.
  • Keine Komposthaufen außerhalb des umzäunten Grundstückes anlegen.
  • Keine Maissilage im Freien abkippen.
  • Keine sonstigen Futterquellen schaffen.
  • Gärten in den Randbereichen der Stadt sicher einzäunen.
  • Müllsäcke erst morgens nach draußen bringen.
  • Jagddruck im Umland weiter erhöhen.
  • Vergrämen der Tiere (vertreiben mit Hilfe von geruchsintensiven Stoffen oder elektromagnetischen Mitteln).

Was suchen die Wildschweine in Wohngebieten?

Vor allem Nahrung. Wildschweine sind Allesfresser. Auf ihrem Speisezettel stehen Klee, Gras, Brennnesseln, Blätter, Eicheln, Bucheckern, Äpfel, Getreide, Mais, Kartoffeln, aber auch Aas, Kleinsäuger, Schnecken, Würmer, Insekten und ihre Larven. So sind Komposthaufen im Garten, Abfalltonnen in Wohngebieten, Picknickreste in Parks, Maissilage auf Weiden, aber auch der frisch gemähte Rasen in Grünanlagen oder auf Friedhöfen für sie ein gefundenes Fressen. Die Tiere gewöhnen sich schnell an diese leicht zugänglichen Nahrungsquellen und geben das Wissen darüber an den Nachwuchs weiter. Ein Wechsel in einen Lebensraum außerhalb der Stadt lohnt sich dann für sie nicht mehr.
Wildschweine sind nicht nur „verfressen“, sondern auch äußerst schlau: Sie merken sehr wohl, dass sie im Umland gejagt werden, in der Stadt aber nicht.

 

Wie sollte man sich verhalten, wenn man einem Wildschwein in der Stadt begegnet?

Wildschweine können sehr gut riechen, sehen aber schlecht und bemerken Sie daher vielleicht erst auf kurze Distanz. Treffen Sie auf ein Wildschwein - bewahren Sie Ruhe. Wildschweine flüchten in der Regel. Bleiben Sie stehen, machen Sie sich bemerkbar und ziehen Sie sich langsam zurück. Machen Sie um weibliche Tiere mit Frischlingen einen großen Bogen. Treiben Sie die Tiere nicht in die Enge, sondern lassen Sie ihnen Gelegenheit zur Flucht. Führen Sie Ihren Hund an der Leine. Fahrradfahrer sollten sich mit ihrer Klingel bemerkbar machen, auch eine Glocke am Schulrucksack kann helfen, Wildschweine zu vertreiben.
Wenn eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht, rufen Sie die Polizei. Diese entscheidet vor Ort über weitere Maßnahmen oder kontaktiert zuständige Behörden und Institutionen. Bei kranken oder toten Tieren ist das Veterinäramt der Kreisverwaltung zuständig. 

Sicherung der Grundstücke

Um Wildschweine wirksam abzuhalten, hilft nur ein stabiler Zaun mit einer Höhe von mindestens 1,20 Metern, unter dem sich die Tiere nicht durchwühlen können. Wirksam ist auch ein Elektrozaun, wie er für Viehweiden verwendet wird. Dazu müssen allerdings die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Personen beachtet werden.
Wildschweine sind freilebende, herrenlose Tiere. Damit kann niemand für Schäden durch diese Tiere haftbar gemacht werden. Eigentümer sind selbst für die Sicherung ihrer Grundstücke und Gebäude verantwortlich.

Jagd auf Wildschweine

Wildschweine unterliegen dem Jagdrecht. Sie dürfen nur in Jagdbezirken, also überwiegend auf land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen, gejagt werden. Dort werden sie bereits jetzt intensiv bejagt. In so genannten "befriedeten Bezirken", wie Wohnsiedlungen, Grünanlagen, Friedhöfen oder Hausgärten, ist die Jagd aus Sicherheitsgründen grundsätzlich verboten. Nur in Ausnahmefällen, insbesondere zur Gefahrenabwehr oder zur Tierseuchenbekämpfung, und nur, wenn gefahrlos geschossen werden kann, dürfen Wildschweine im Stadtgebiet erlegt werden. Dazu kann die Ordnungsbehörde besonders geschulten Jägern eine Ausnahmegenehmigung für das „Schießen außerhalb von Schießstätten“ erteilen. Von einer Bejagung spricht man in diesem Zusammenhang nicht, da es in diesen Ausnahmefällen nicht um Jagd, sondern ausschließlich um Gefahrenabwehr durch Abschuss geht. In Greifswald regelt die Untere Jagdbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald die Bejagung von Wildschweinen.