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Pressemitteilungen

08.01.2018 – Nachruf für Frau Prof. Dr. Julia Männchen

Frau Prof. Männchen
Frau Prof. Julia Männchen, Mai 2016. Foto Pressestelle

Am 1. Januar 2018 ist die emeritierte und vielfältig ehrenamtlich engagierte Professorin Julia Männchen in Greifswald verstorben. In Dresden aufgewachsen, hat sie nach einer Ausbildung als MTA in Leipzig Theologie studiert. 1968 folgte sie dem nach Greifswald berufenen Alttestamentler Siegfried Wagner als dessen wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit dieser Zeit hat Julia Männchen Generationen von Greifswalder Theologiestudierenden in die Geheimnisse der hebräischen Sprache eingeführt.

„Ihr akademisches Lebenswerk“, so die Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke) 2016 bei der Verleihung des Silbernen Greifens im Rahmen des Greifswalder Stadtempfangs an Julia Männchen, hat sie dem ehemaligen Greifswalder Palästinaforscher Gustaf Dalman gewidmet. Ihre Promotion und Habilitation widmete sie der Erforschung von Leben und Wirken des bedeutenden Palästinakundlers. Noch viele Jahre nach ihrer Versetzung in den Ruhestand sorgte sie als ehrenamtliche Kustodin für die Sicherung der Dalman-Sammlungen, deren Bibliothek heute mehr als 5000 Bücher beherbergen.

Seit 1998 war Frau Professor Männchen ebenso federführend in der Arbeitsgruppe „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ sowie als Vorsitzende des Arbeitskreises „Kirche und Judentum“ engagiert, welcher jährlich am 13. Februar und am 9. November der ehemaligen Greifswalder Mitbürger jüdischen Glaubens gedenkt.

Dem außerordentlichen und beharrlichen Wirken von Frau Professorin Männchen ist es zu verdanken, dass das jüdische Erbe in unserer Erinnerung bleibt. Ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement in der Stadt und Region bleibt unvergessen.